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190 kleine Erzählungen für die Jugend

Christoph von Schmid: 190 kleine Erzählungen für die Jugend - Kapitel 96
Quellenangabe
typelegend
authorChristoph von Schmid
title190 kleine Erzählungen für die Jugend
publisherEnßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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96. Das Donnerwetter

Franz, ein Knabe aus der Stadt, hatte im Walde Himbeeren gepflückt. Als er wieder nach Hause gehen wollte, erhob sich ein Sturmwind; es fing an zu regnen, zu blitzen und zu donnern. Franz fürchtete sich sehr und verkroch sich in eine hohle Eiche unweit des Weges; denn er wußte nicht, daß der Blitz gern in hohle Bäume schlägt. Auf einmal hörte er eine Stimme, welche rief: Franz, Franz! Komm, o komm doch geschwind hervor! Franz kroch aus dem hohlen Baume hervor, und beinahe in eben dem Augenblicke schlug der Blitz in den Baum, und der Donner krachte fürchterlich. Die Erde bebte unter dem erschrockenen Knaben, und es war ihm, als stehe er ganz im Feuer. Doch war ihm kein Leid geschehen, und er sagte und betete mit aufgehobenen Händen: Diese Stimme kam vom Himmel! Du, du lieber Gott, hast mich gerettet! Dir sei Dank! Die Stimme rief aber noch einmal: Franz! Franz! Hörst du mich denn nicht? und jetzt erst wurde er eine Bäurin gewahr, die so rief. Franz eilte auf sie zu und sprach: Da bin ich! Was wollt Ihr von mir? – Die Bäurin aber antwortete: Dich habe ich nicht gemeint, sondern meinen kleinen Franz, welcher dort am Bache die Gänse gehütet hat und sich hier herum vor dem Wetter versteckt haben muß. Sieh, da kommt er endlich aus dem Gebüsche hervor! – Franz, der Stadtknabe, erzählte jetzt, wie er ihre Stimme für eine Stimme vom Himmel gehalten habe. Die Bäurin aber faltete andächtig die Hände und sprach: O mein Kind! Danke darum Gott nicht weniger. Die Stimme ist zwar aus dem Munde einer geringen Bäurin gekommen; aber Gott hat es so gefügt, daß ich laut rufen und dich beim Namen nennen mußte, ohne etwas von dir zu wissen. Er hat dich aus der großen Gefahr errettet, in der du geschwebt hast. – Ja, ja! sagte Franz mit Tränen in den Augen, Gott hat sich Eurer Stimme bedient, um mich zu retten. Ihr habt zwar gerufen; aber die Hilfe kam dennoch von Gott; denn

Es kommt kein Heil von ungefähr,
Von Gottes Güte kommt es her.

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