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190 kleine Erzählungen für die Jugend

Christoph von Schmid: 190 kleine Erzählungen für die Jugend - Kapitel 66
Quellenangabe
typelegend
authorChristoph von Schmid
title190 kleine Erzählungen für die Jugend
publisherEnßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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66. Die Kuh

Verene, eine Witwe, lebte mit ihren zwei Töchtern in ziemlich dürftigen Umständen, was sie die Woche hindurch erwarben, das mußten sie die Woche hindurch wieder verzehren. Ueberdies verloren sie eines Tages ihre einzige Kuh und waren darüber höchst bestürzt. Ach, sagten sie, wenn Gott uns doch wieder eine Kuh gäbe; denn uns ist es unmöglich, so viel Geld aufzutreiben, um eine Kuh zu kaufen. – Tut das Eurige getreu, sagte die Nachbarin, so wird Gott euch Hilfe senden. – Aber was sollen wir denn tun? fragte Verene. – Die Nachbarin sprach: Ihr müßt fürs erste durch Fleiß eure Einnahme vermehren. Ihr seid euer drei und versteht euch gut aufs Spinnen, Stricken und Nähen. Arbeitet täglich ein paar Stunden länger; es müßte doch schlecht sein, wenn nicht jede ein paar Kreuzer mehr verdiente, als bisher. Fürs zweite müßt ihr durch Sparsamkeit eure Ausgaben vermindern. Ihr trinkt da zum Frühstück täglich so eine Art Brühe, die ihr Kaffee nennt. Obwohl ihr wenig Kaffee und Zucker dazu nehmt, so kostet das Ding euch doch zu viel. Eßt dafür eine Suppe, die gewiß nahrhafter ist, so erspart jede von euch wenigstens ein paar Kreuzer. Befolgt diese zwei Stücke, legt das, was ihr so verdient und erspart, zurück, und ihr werdet bald so viel Geld beisammen haben, als eine schöne Kuh kostet. – Verene und ihre Töchter befolgten den guten Rat; und als das Jahr verflossen war, hatten sie noch einmal so viel Geld, als sie für die Kuh bezahlen mußten. Ja, was noch mehr ist, sie hatten dabei gelernt, ihre dürftigen Umstände durch Fleiß und Sparsamkeit zu verbessern und wurden nun ziemlich wohlhabend. Die Nachbarin aber sagte: Seht ihr nun, daß ich recht hatte? Es bleibt immer wahr:

Es mangelt nie an Gottes Segen,
Willst du nur selbst die Hände regen.

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