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190 kleine Erzählungen für die Jugend

Christoph von Schmid: 190 kleine Erzählungen für die Jugend - Kapitel 53
Quellenangabe
typelegend
authorChristoph von Schmid
title190 kleine Erzählungen für die Jugend
publisherEnßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080308
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53. Das Ei

Zur Zeit des Krieges drangen die Feinde in eine Stadt ein und forschten überall nach einem frommen, rechtschaffenen Manne, der ihnen vor allen anderen Bürgern verhaßt war, und dem sie den Tod geschworen hatten. Er flüchtete sich in ein altes großes Gebäude, hoch unter das Dach und verbarg sich da unter aufgeschichtetem Reisig und Brennholze. Er hörte den Lärmen der Soldaten, die ihn auch in diesem Hause aufsuchten. Sie fanden ihn nicht, quartierten sich aber hier ein. Er durfte sich nicht hervorwagen. Der Hunger quälte ihn sehr und er betete: O du lieber Gott! Du hast mich diesen Zufluchtsort finden lassen; o laß mich hier nicht verschmachten! – Horch! Da hörte er das Gackern einer Henne. Er suchte nach, fand ihr Nest und darin zwei oder drei Eier. Er getraute sich nicht, alle zu nehmen, weil er fürchtete, die Henne möchte ihre Eier sonst nicht mehr hierher legen. Er nahm nur eines davon und erquickte sich damit. Am folgenden Tage legte die Henne wieder ein Ei, mit dem er sein Leben fristete, und so ging es fort alle Tage, bis die Feinde abgezogen waren und er zur großen Freude seiner Freunde sich nun wieder öffentlich sehen lassen durfte.

Wie gütig weiß der liebe Gott
Zu retten uns aus jeder Not!

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