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190 kleine Erzählungen für die Jugend

Christoph von Schmid: 190 kleine Erzählungen für die Jugend - Kapitel 5
Quellenangabe
typelegend
authorChristoph von Schmid
title190 kleine Erzählungen für die Jugend
publisherEnßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080308
projectid30cab2fc
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5. Die Nelke

Ein Gärtner hatte in seinem Garten eine prächtige Nelke gezogen, deren zarte Farben und herrlichen Wohlgeruch jedermann bewunderte. Da kamen nun einmal ein vornehmer Herr und seine Gemahlin in den Garten und betrachteten die Blume. Allein der Herr sagte: Die Farben der Nelke sind gar nichts Besonderes; der Geruch ist übrigens sehr gewürzhaft und überaus angenehm. – Die Frau aber rief: Nein, nicht so! Es ist gerade umgekehrt. Die Farben der Blumen sind unvergleichlich schön; allein leider hat sie ganz und gar keinen Geruch. – Der Gärtner konnte diese seltsamen Urteile nicht begreifen, bis er endlich merkte, daß der Herr nicht recht wohl sah und die Frau eben den Schnupfen hatte. Da sagte der Gärtner bei sich selbst: Wie es meiner schönen, wohlriechenden Nelke ging, so geht es manchem Schönen und Guten. Ja, die edelsten und heiligsten Dinge werden hie und da von einem Menschen getadelt, dem es am rechten Sinne fehlt, ihre Vollkommenheiten wahrzunehmen.

Kann dich das Beste nicht vergnügen,
So muß an dir der Fehler liegen.

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