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190 kleine Erzählungen für die Jugend

Christoph von Schmid: 190 kleine Erzählungen für die Jugend - Kapitel 185
Quellenangabe
typelegend
authorChristoph von Schmid
title190 kleine Erzählungen für die Jugend
publisherEnßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080308
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185. Der Taube

Ein Seeoffizier brachte von einer weitentlegenen Insel einen jungen Wilden mit, der unterwegs durch eine Krankheit das Gehör gänzlich verloren hatte. Eines Abends kamen bei dem Offiziere einige Freunde zusammen und unterhielten sich mit Musik. – Der Jüngling, der von musikalischen Instrumenten dieser Art keinen Begriff hatte, sah zu, wie der Klaviermeister, die Flötenspieler, die Geiger und der Mann an der Baßgeige so emsig beschäftigt waren, und fing über die seltsamen Bewegungen an laut zu lachen. Das sind tolle Leute, sagte er; ich kann mir gar keine unnützere Arbeit denken. Dabei, ihr Herren, kommt doch gar nichts heraus. Der Jüngling erlangte indes durch Gottes Hilfe und die Kunst eines geschickten Arztes sein Gehör wieder. Allein wie erstaunte er, als er nun in das Musikzimmer kam und bemerkte, wie jede Bewegung der Finger, jeder Hauch des Mundes, jeder Strich des Bogens seine Bedeutung habe, und die lieblichsten Töne hervorbringe. O, wie toll war ich, rief er, daß ich diese Künstler verlachte! Welche Lust, welches Vergnügen wissen sie durch ihre Kunst zu bewirken!

Gleich diesem Wilden, sprach der Offizier, urteilen wir oft über die Wege der göttlichen Vorsehung, weil wir nicht genau wissen, wozu Gott dieses und jenes geschehen läßt. Werden wir dieses einst inne, so werden wir finden, daß alles übereinstimmend sei, wie die herrlichste Musik.

Was nur geschieht, im großen und im kleinen,
Weiß Gott zum schönsten Ziele zu vereinen.

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