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190 kleine Erzählungen für die Jugend

Christoph von Schmid: 190 kleine Erzählungen für die Jugend - Kapitel 160
Quellenangabe
typelegend
authorChristoph von Schmid
title190 kleine Erzählungen für die Jugend
publisherEnßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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160. Die reinliche Wirtin

Ein Küfer aus der Stadt besserte einem Wirte auf dem Lande einige Fässer aus. Nach vollbrachter Arbeit kam er in die Stube, und die Wirtin brachte ihm ein Glas Wein. – Nun, Frau Sonnenwirtin, wie geht's? fragte der Küfer. – Nicht zum besten, sagte die Wirtin. Die Leute aus der Stadt kehren fast alle bei meinem Nachbar, dem Sternwirte ein; meinen Wein aber, der offenbar viel besser ist, verschmähen sie. Ich weiß gar nicht, woher das kommt.

– Der Küfer sprach: Ich könnte es der Frau Wirtin wohl sagen, wenn sie es mir nicht übel nehmen wollte.

– Ganz und gar nicht, sagte die Wirtin; ich sehe es vielmehr als einen Freundschaftsdienst an. – Nun denn, sprach der Küfer, so muß ich schon heraus mit der Sprache. Der Sternwirt hat allerdings keine so guten Weine; allein seine Gläser sind hell und rein, wie Kristall. Die Frau Sonnenwirtin hingegen hat bessere Weine, aber unreine und von Fliegen beschmutzte Gläser. Nun mag der Wein noch so gut sein, so schmeckt er doch aus einem schmutzigen Glase nicht. Sorge also die Frau Wirtin dafür, daß die Gläser so rein seien, als ihr Wein gut ist, und daß die Leute immer auch blank geputzte Fenster, Tische und Stubenböden bei ihr finden, so werden bald Gäste genug bei ihr einkehren. – Die Wirtin nahm sich diese Worte zu Herzen. Es ging sogleich an ein Fegen und Putzen. Die Geräte wurden gesäubert, und nicht der geringste Schmutz mehr geduldet. Kaum hörten dieses die Leute in der Stadt, so kamen sie in Menge herbei, um reinen Wein aus hellen Gläsern in einer sauber geputzten Stube zu trinken, und an manchem Tage fanden sich so viele Gäste ein, daß die Wirtin sie kaum unterbringen konnte. – Seht, Kinder, sagte sie später oft zu ihren Söhnen und Töchtern, was die Reinlichkeit tut! Sie hat uns wohlhabend und zufrieden gemacht, nachdem wir durch Unreinlichkeit schon bis an den Rand des Verderbens gebracht worden waren.

Dein Haus sei immer hell und rein,
Noch mehr soll es die Seele sein.

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