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190 kleine Erzählungen für die Jugend

Christoph von Schmid: 190 kleine Erzählungen für die Jugend - Kapitel 142
Quellenangabe
typelegend
authorChristoph von Schmid
title190 kleine Erzählungen für die Jugend
publisherEnßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080308
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142. Das betende Kind

Eine arme Witwe sprach eines Morgens zu ihren fünf unerzogenen Kindern: Liebe Kinder, ich kann euch diesen Morgen nichts zu essen geben! Ich habe kein Brot, kein Mehl, kein einziges Ei mehr im Hause. Bittet doch den lieben Gott, daß er uns helfe; denn er ist reich und mächtig und sagt ja selbst: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten. Der kleine Christian, der kaum sechs Jahre alt war, machte sich nüchtern und sehr betrübt auf den Weg in die Schule. Er kam an der offenen Kirchtür vorbei, ging hinein und kniete vor dem Altare nieder. Da er niemand in der Kirche sah, so betete er mit lauter Stimme: Lieber Vater im Himmel, wir Kinder haben nichts mehr zu essen. Unsere Mutter hat kein Brot und kein Mehl mehr, nicht einmal ein Ei. Gib uns doch etwas zu essen, damit wir samt unserer lieben Mutter nicht verhungern müssen. Ach ja, hilf uns! Du bist ja reich und mächtig; du kannst uns leicht helfen, und du hast es uns noch dazu versprochen! So betete Christian in seiner kindlichen Einfalt und ging dann in die Schule. Als er nach Hause kam, erblickte er auf dem Tische einen großen Laib Brot, eine Schüssel voll Mehl und ein Körblein voll Eier. Nun Gott sei Dank! rief er freudig; Gott hat mein Gebet erhört. Sag doch, liebe Mutter, hat ein Engel dieses alles zum Fenster hereingebracht? – Nein, sagte die Mutter, aber Gott hat dein Gebet dennoch erhört. Als du am Altare betetest, kniete die Frau Amtmännin in ihrem vergitterten Kirchenstuhl. Du konntest sie nicht sehen; aber sie hat dich gesehen und dein Gebet gehört. Deshalb hat sie uns dieses alles geschickt; sie war der Engel, durch den Gott uns geholfen hat. Kinder, so danket denn alle Gott, seid fröhlich – und vergesst in eurem Leben nicht den schönen Spruch:

Gott kann dich wunderbar erhalten,
vertrau auf ihn, und laß ihn walten.

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