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Der Töpfer von Altenberg und das Meistersingerlied von der Gründung Iglaus in Mähren

: Der Töpfer von Altenberg und das Meistersingerlied von der Gründung Iglaus in Mähren - Kapitel 1
Quellenangabe
typelegend
titleDer Töpfer von Altenberg und das Meistersingerlied von der Gründung Iglaus in Mähren
booktitleAus dem Schatzberg
editorAnton Altrichter
publisherGemeinschaft Iglauer Sprachinsel e.V.
year1963
senderGuenter.Ullwer@cmcc.com
created20021028
authorÜberlieferung
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Der Töpfer von Altenberg und das Meistersingerlied von der Gründung Iglaus in Mähren

Wo heute das Dorf Altenberg steht, war in alten Zeiten ein Wald. In diesem stand ein einsames Häuslein, und darin hauste ein Töpfer. Der drehte Töpfe und brachte sie auf den Markt.

Eines Abends geschah es, dass ein Kaufmann an die einsame Hütte klopfte. Er kam aus Wien und wollte nach Prag reiten, hatte sich aber im Walde verirrt. Der Töpfer nahm ihn gastfreundlich auf, stellte das Pferd neben der Kuh ein und schmorte Eier im Schmalz. Wie sie beim schmackhaften Gerichte beisammen saßen und sich unterhielten, erzählte der Töpfer, dass ihm viele Töpfe im Ofen zerfallen und zeigte Scherben von den zersprungenen Geschirren. Da sah der Fremde, dass es darin glitzte und dachte, das ist ja Silber. Am nächsten Morgen steckte er einige Scherbenstücke zu sich und ritt fort. Bald kam er mit seinem Bruder zurück. Sie kauften des Töpfers Brennofen, und als sie ihn einrissen, fanden sie das schönste Silber armdick, wie es durch die Ritzen zusammen geronnen war. Sile eröffneten ein Bergwerk und erbauten auf dem Hügel an der Igla ein Kirchlein – die Johanniskirche. Darunter siedelten sich die Bergleute an, und so entstand Iglau.

Als man zehlt 799 Jahr

Nach Christi Geburt nehmet war,

Ist dieser Stadt ihr Anfang erbaut.

Iglau ist ihr Namen das Glaubt.

Soll um den alten Berg ich meldt

Gewesen seyn vor lauter Wäldt.

Darinnen stundt ein Häuslein klein

Da wohnt ein Töpper in Gemein

Der trieb allda sein Handwerk eben

Mit armut mußt er sich ernehren

Der allda eine gruben hät

Den Tagel daraus nehmen thet

Er drehte seine Töpf gantz wol

Vnd wenn ers eben brennen sol

Zerfielen sie ihm all zu Kscherben

Vnd war als zu sein Verterben.

Von Wien ein kauffmann alda ritt

Vnd sich im wald verirren thet,

Da kam er zu dem häußlein klein

Klopft an und fraget in Gemein

Ob da die rechte straße wer

Auf Prag zu kommen ohngefehr.

Der Töpper antwort ihm gar bald,

Der Herr hat sich verirrt im Wald,

Ihr mußt gar lang herum reiten

Eh Ihr kommt ins Dorff zu leuten.

Der kauffmann zu den Töpper sprach

Kannst mich beherbergen die nacht?

Der Töpper sprach von hertzen gern

Ewer Roß zu meiner Kuh einöstsellen

Es ist aber umb Euch zu than

Daß wir nicht essen und trinken han,

Wollt Ihr Eyer in dem Schmalz

Der Kauffmann sagt, gebt her das Salz

Gebt Euch zu friedt mein lieber man

Ihr sollt Euch vnbekümmert lahn.

Er stieg alsbald vom Rosse sein,

Der Töpper führts in Stall hinein

Vnd tragt dem kauffmann Essen für.

Der kauffmann hebt an mit Begier

Mein Freindt, wie erhalt ihr euch

Allhier im finstern Wald dergleich?

Der Töpper klagt ihm seine noth

Weil er im halben Jahr kein Topf

Kann brennen und kann genüssen

Sondern im Ofen all zerflüssen!

Der kauffmann sprach zum Töpper behend

Mein zeigt mir ein klein Scherben gebrennt.

Der einfältig Töpper bracht

Drei Scherben hinein und lacht,

Es liegen drauß ein ganzer hauffen,

Ob er sie wüßt zu nuetz gebrauchen

Ihr möchte sie nehmen immerhin.

Der kauffmann dacht in öseinem Sinn,

Die Scherben sehen gar schön auß,

Ich will sie führen mit zu Hauß

Vnd wills zeigen dem Bruder mein,

Der weiß sich besser finden drein.

Der kauffmann eilt morgens hinweg,

Vnd kam balad wiedeer mich verstehzt,

Bracht seinen Bruder in der still

Mit, dem die Sach auch wohl gefill.

Sah an, daß in Scherben und gruben frey

Gut Silber zu bekommen Sey,

Baten den Töpper auch darneben,

er wol ihnen den alten Ofen geben

Sie wollen lassen machen fein

Einen neuen an die stelle Sein.

Der Töpper der bewilligt drein,

Vnd ließ brechen den Offen ein.

Da sie brachen den Offen weg

Groß klumpen silber mich versteht

In alle Wilnkel geflossen gar

So dick als Menschen Arme war.

KDDa dachten sie in ihrem Muth

Die Sach wird wohl hier werden gut

Fingen da eine berggruben an

Vnd suchten in Wald ferner dann

Wo sie sollen bauen hin,

Da kam es bald in ihren sinn.

Auf Johanneshügel das Kirchelein

Erstslich zu bauen insgemein,

Darnach die Stadt baueten sie eben

An den Ort, da sie noch thut stehen.








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