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Chinesische Märchen

Richard Wilhelm: Chinesische Märchen - Kapitel 102
Quellenangabe
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typefairy
authorRichard Wilhelm
titleChinesische Märchen
publisherEugen Diederichs Verlag GmbH & Co.
printrunEinmalige Jubiläumsausgabe
year1985
isbn3424008508
firstpub1914
translatorRichard Wilhelm
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120215
projectid71b5aa0f
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100. Der Affe Sun Wu Kung

.

InitialIm fernen Osten, mitten im großen Meer, ist eine Insel, die heißt: der Berg der Blumen und Früchte. Auf diesem Berge stand ein hoher Fels. Der hatte seit Anbeginn der Welt alle geheimen Samenkräfte von Himmel und Erde, Sonne und Mond in sich aufgenommen; dadurch erhielt er übernatürliche Zeugungskraft. Eines Tages barst er und gebar ein steinernes Ei. Es war rund wie eine Kugel. Aus diesem Ei ward durch Zauberkraft ein steinerner Affe ausgebrütet. Er neigte sich nach allen Seiten. Dann lernte er allmählich gehen und springen. Aus seinen Augen brachen zwei Strahlen goldenen Scheines hervor, die schossen hinauf bis zu dem höchsten Himmelsschloß, also daß der Herr des Himmels darob erschrak. Er sandte die beiden Götter Tausendmeilenauge und Feinohr aus, um zu sehen, was es gäbe. Die beiden Götter berichteten: »Die Strahlen kommen aus dem Auge des steinernen Affen, der von dem Zauberstein geboren ist; es ist kein Grund zur Unruhe vorhanden.«

Allmählich wuchs der Affe heran, lief und sprang umher, trank aus den Quellen der Täler und aß von den Blumen und Früchten, und die Zeit verstrich in ungebundenem Spiel.

Eines Tages im Sommer, als er mit den andern Affen der Insel Kühlung suchte, kamen sie in ein Tal zu baden. Sie erblickten einen Wasserfall, der von hohen Felsen herabstürzte. Die Affen sprachen untereinander: »Wer durch das Wasser hineindringen kann, ohne daß es ihm etwas schadet, der soll unser König sein.« Der steinerne Affe machte einen Freudensprung und sprach: »Ich geh hinein.« Dann schloß er die Augen, bückte sich und sprang in den brausenden Gischt. Als er die Augen wieder öffnete, da sah er eine eiserne Brücke, die durch den Wasserfall wie durch einen Vorhang von der Außenwelt abgeschlossen war. Die Brücke führte zu einem Höhlenschloß, das war wohnlich und rein. Am Eingang stand eine Steintafel; darauf war geschrieben: »Das ist der Höhlenhimmel hinter dem Wasservorhang auf dem seligen Berg der Blumen und Früchte.« Hocherfreut sprang der steinerne Affe wieder durch das Wasser hinaus und erzählte den andern Affen, was er gefunden. Die hörten die Nachricht mit großer Freude und baten den steinernen Affen, sie mitzunehmen. So sprang die ganze Herde durch das Wasser auf die eiserne Brücke; dann drangen sie ins Höhlenschloß ein, wo Töpfe und Herde, Tassen und Schüsseln in reicher Zahl sich fanden. Alles aber war aus Stein. Die andern ehrten nun den steinernen Affen als ihren König, und er ward genannt: der schöne Affenkönig. Er ordnete die Meerkatzen, Paviane und die übrigen Affen zu Beamten und Räten, Dienern und Helfern, und sie führten ein seliges Leben auf dem Berge, schliefen nachts in ihrem Höhlenschloß, hielten sich fern von Vögeln und Tieren, und der König genoß der ungebundenen Seligkeit. Darüber vergingen wohl an die dreihundert Jahre.

Eines Tages, als der Affenkönig mit seinen Affen bei fröhlichem Mahle saß, begann er plötzlich zu weinen. Erschrocken fragten die Affen, was ihn inmitten all dieser Seligkeit auf einmal so traurig mache. Der König sprach: »Wohl sind wir frei von der Menschen Gesetz und Recht, wohl wagen Vögel und Tiere nicht, uns etwas anzuhaben; doch werden wir allmählich alt und schwach, und eines Tages kommt die Stunde, da der Tod, der Alte, uns davonschleppt. Im Nu sind wir dahin und können nicht länger auf der Erde weilen.« Als die Affen diese Worte hörten, verhüllten sie ihre Gesichter und schluchzten. Da trat ein alter Affe aus der Reihe hervor, dessen Arme so in Verbindung standen, daß er den einen um den andern verlängern konnte. Der sprach mit lauter Stimme: »Daß Ihr, o König, auf diese Gedanken kommt, das zeigt, daß das Suchen nach Wahrheit in Euch erwacht ist. Unter allen lebenden Wesen gibt es nur drei Arten, die der Macht des Todes entnommen sind: die Buddhas, die seligen Geister und die Götter. Wer eine dieser drei Stufen erreicht, der entgeht dem Rad der Wiedergeburt und lebt solange wie der Himmel.« Der Affenkönig sprach: »Wo wohnen denn diese drei?« Der alte Affe erwiderte: »Sie wohnen in Höhlen und heiligen Bergen in der großen Welt der Menschen.« Der König war erfreut, als er das hörte, und erklärte seinen Affen, daß er hingehen wolle, um Götter und heilige Geister zu suchen und von ihnen den Weg der Unsterblichkeit zu lernen. Die Affen schleppten Pfirsiche und andere Früchte und süßen Wein herbei, das Abschiedsmahl zu feiern, und sie betranken sich noch einmal miteinander nach Herzenslust.

.

Am andern Morgen stand der schöne Affenkönig in aller Frühe auf, machte sich ein Floß zurecht aus alten Kiefern und nahm einen Bambusstab zur Ruderstange. Ganz allein bestieg er das Floß und ruderte durch das große Meer. Wind und Wellen waren günstig, und er kam nach Asien. Dort stieg er ans Land. Da traf er am Ufer einen Mann, der Fische fing. Er ging auf ihn zu, schlug ihn zu Boden, riß ihm die Kleider ab und zog sie selber an. Dann wanderte er umher und besuchte alle berühmten Orte, ging in die Märkte, die dichtbevölkerten Städte, lernte Anstandsregeln, lernte sprechen und benahm sich wie ein gebildeter Mensch. Doch war er im Herzen darauf gerichtet, die Lehre der Buddhas, der Seligen und der heiligen Götter zu erfragen. Aber die Leute in diesem Land waren nur auf Ehre und Reichtum aus. Keinem einzigen war es um das Leben zu tun. So trieb er sich denn umher, und unvermerkt vergingen neun Jahre. Da kam er an den Strand des Westmeeres, und es fiel ihm ein: Jenseit des Meeres, da gibt es wohl sicher Götter und Heilige. So machte er sich denn wieder ein Floß zurecht, trieb über das Westmeer und kam in das Land des Westens. Dort ließ er das Floß schwimmen und stieg ans Ufer. Viele Tage hatte er mit Suchen zugebracht, als er plötzlich einen hohen Berg mit stillen, tiefen Tälern erblickte. Der Affenkönig stieg hinan, da hörte er im Walde einen Menschen singen, und der Gesang klang wie ein Lied von seligen Geistern. Eilig drang er in den Wald ein, um zu sehen, wer es wäre. Er traf einen Holzhacker bei der Arbeit. Der Affenkönig verneigte sich vor ihm und sprach: »Ehrwürdiger, göttlicher Meister, ich falle anbetend vor Euch nieder.« Der Holzhacker sprach: »Ich bin ein einfacher Arbeiter; was nennst du mich göttlicher Meister?« – »Wenn du kein seliger Gott bist,« antwortete der Affenkönig, »woher hast du denn dann dieses göttliche Lied?« – Der Holzhacker sagte lachend: »Du kennst dich aus in der Musik. Ich habe wirklich ein Lied gesungen, das mich ein Heiliger gelehrt.« – »Wenn du mit einem Heiligen befreundet bist,« sagte der Affenkönig, »so wohnt er sicher nicht weit von hier. Ich flehe dich an, mir den Weg zu seiner Wohnung zu zeigen!« – Der Holzhacker sprach: »Es ist nicht weit! Es ist nicht weit! Dieser Berg heißt der Berg des Herzens. Eine Höhle ist darin, da wohnt ein Heiliger, er heißt der Erkennende. Unzählige seiner Schüler haben die Seligkeit erlangt. Dreißig, vierzig Schüler sind noch immer um ihn versammelt. Du darfst nur diesem Weg nach Süden folgen, so kannst du seine Wohnung nicht verfehlen.« Der Affenkönig bedankte sich bei dem Holzhacker, und richtig kam er zu der Höhle, die jener ihm beschrieben. Das Tor war verschlossen, und er wagte nicht zu klopfen. So sprang er denn auf eine Kiefer und brach sich Kiefernzapfen ab, deren Samen er aß. Nicht lange, da kam ein Jünger des Heiligen, machte das Tor auf und sprach: »Was ist denn das für ein Vieh, das da solchen Lärm verführt?« Der Affenkönig sprang vom Baum, verbeugte sich und sagte: »Ich komme, um die Wahrheit zu lernen. Ich wage nicht zu lärmen.« Da mußte der Jünger lachen und sagte: »Unser Meister saß gerade in Andacht versunken; da hieß er mich den Wahrheitssucher, der draußen stehe, hereinführen, und nun steht wirklich einer da. Nun, du kannst mit mir kommen!« Der Affenkönig zog seine Kleider zurecht, rückte den Hut gerade und trat ein. Ein langer Gang führte an prächtigen Gebäuden und stillen verborgenen Hütten vorüber bis an den Ort, wo der Meister auf einem Sitz von weißem Marmelstein aufrecht saß. Rechts und links von ihm standen dienend die Jünger. Der Affenkönig warf sich zur Erde und begrüßte ihn demütig. Auf die Fragen des Meisters erzählte er, wie er sich hergefunden habe. Und als er ihn fragte, wie er heiße, erwiderte er: »Ich habe keinen Namen. Ich bin ein Affe aus einem Steine geboren.« Da sprach der Meister: »So will ich dir einen Namen geben. Ich nenne dich Sun Wu Kung.« Hocherfreut bedankte sich der Affenkönig, und er hieß von nun ab Sun Wu Kung. Der Meister befahl den älteren Jüngern, den Sun Wu Kung zu belehren im Kehren und Putzen, im Aus- und Eingehen, im guten Benehmen, im Hacken des Feldes und Gießen des Gartens. Nach einiger Zeit lernte er schreiben, Weihrauch verbrennen und die Sutren lesen. Darüber vergingen sechs, sieben Jahre.

Eines Tages stieg der Meister zu seinem Lehrsitz empor und begann über die große Wahrheit zu reden. Sun Wu Kung verstand den geheimen Sinn und begann vor Freude zu zappeln und zu tanzen. Der Meister schalt ihn: »Sun Wu Kung, du hast noch immer nicht deine Wildheit abgelegt. Was fällt dir ein, dich so ungebührlich zu betragen!« Sun Wu Kung erwiderte sich verneigend: »Ich hörte Euch aufmerksam zu, da ging in meinem Herzen mir der Sinn der Rede auf, und unwillkürlich tanzte ich vor Freuden; ich ließ nicht wildem Wesen den Lauf.« Der Meister sprach: »Wenn du wirklich erwacht bist, so will ich dir die große Wahrheit verkündigen. Diese Wahrheit aber hat dreihundertsechzig Wege, auf denen man zu ihr gelangen kann. Welchen Weg soll ich dich lehren?« – Sun Wu Kung sprach: »Welchen Ihr wollt, o Meister.« – Der Meister sprach: »Soll ich dich in der Magie unterweisen?« – Sun Wu Kung fragte: »Was lernt man da?« – Der Meister sprach: »Man lernt, die Geister zu beschwören, das Orakel zu befragen und Glück und Unglück vorherzuwissen.« – »Kann man dadurch das ewige Leben erlangen?« fragte Sun Wu Kung. – »Nein«, war die Antwort. – »Dann lern ich's nicht.« – »Soll ich dich in der Wissenschaft unterrichten?« – »Was ist die Wissenschaft?« – »Es sind die neun Schulen der drei Religionen. Man lernt die heiligen Schriften lesen, Zaubersprüche sagen, mit den Göttern verkehren und die Heiligen herbeirufen.« – »Kann man dadurch das ewige Leben erlangen?« – »Nein«. – »Dann lern ich sie nicht«. – »Der Weg der Stille ist sehr gut.« – »Was ist damit gemeint?« – »Man lernt, ohne Nahrung zu leben, in stiller Reinheit tatenlos zu weilen und in Betrachtung versunken zu sitzen.« – »Kann man dadurch das ewige Leben erlangen?« – »Nein«. – »Dann lern ich ihn nicht.« – »Der Weg der Tat ist auch recht gut.« – »Was ist damit gemeint?« – »Man lernt, die Kräfte des Lebens ins Gleichgewicht zu setzen, den Körper zu üben, das Lebenselixier zu bereiten, den Nabel zu reiben und den Atem zu beherrschen.« – »Kann man dadurch das ewige Leben erlangen?« – »Auch noch nicht.« – »Dann lern ich ihn nicht! Dann lern ich ihn nicht!« – Da stellte sich der Meister böse, sprang von seinem Pult herab, nahm den Stock und schalt: »Dieser Affe! das will er nicht lernen, jenes will er nicht lernen! Auf was wartest du denn dann noch?« Damit schlug er ihn mit dem Stocke dreimal auf den Kopf, zog sich ins innere Zimmer zurück und machte die Haupttür hinter sich zu.

Die Schüler waren in großer Aufregung und bestürmten den Sun Wu Kung mit Vorwürfen. Der aber bekümmerte sich nicht darum, sondern lächelte stille vor sich hin; denn er hatte das Rätsel, das der Meister ihm aufgegeben hatte, verstanden. Er dachte in seinem Herzen: »Daß er mich dreimal auf den Kopf geschlagen, das heißt, daß ich zur dritten Nachtwache bereit sein soll. Daß er sich ins innere Gemach zurückgezogen hat und die Haupttür hinter sich verschlossen, das heißt, daß ich zur Hintertür hereinkommen soll und er mir im geheimen die große Wahrheit eröffnen will.« So wartete er denn bis zum Abend und legte sich zum Scheine mit den andern Schülern gemeinsam zur Ruhe. Als aber die dritte Nachtwache gekommen war, da stand er leise auf und schlich sich zur Hintertür. Richtig fand er sie nur angelehnt. Er schlüpfte hinein und trat vor das Bett des Meisters. Der Meister schlief mit dem Gesicht nach der Wand. Er wagte ihn nicht zu wecken, sondern kniete vor dem Bette nieder. Nach einer Weile drehte sich der Meister um und summte ein Verschen vor sich hin:

»Schwer, schwer, schwer
Ist der Wahrheit Lehr'!
Find't man nicht den rechten Mann,
Red't man sich nur lahm daran.«

Da antwortete Sun Wu Kung: »Ich warte hier ehrfürchtig.«

Der Meister warf die Kleidung über, richtete sich im Bett auf und fuhr ihn an: »Verdammter Affe! Warum schläfst du denn nicht? Was willst du denn hier?« –

Sun Wu Kung erwiderte: »Ihr habt mir doch gestern angedeutet, daß ich um die dritte Nachtwache zur Hintertür hereinkommen soll, um in der Wahrheit unterrichtet zu werden. Darum habe ich es gewagt, zu kommen. Wenn Ihr mir nun die große Gnade erweisen wollt, mich zu belehren, so will ich Euch ewig dankbar sein.«

Der Meister dachte bei sich selbst: »Dieser Affenkopf hat wirklich Geist, daß er mich so gut verstanden hat.« Dann sagte er: »Sun Wu Kung, dir ist's vergönnt. Ich will offen mit dir reden. Komm ganz nahe heran, dann will ich dich den Weg zum ewigen Leben lehren.«

Damit sagte er ihm einen göttlichen Zauberspruch zur Sammlung der Lebenskraft ins Ohr und erklärte Wort für Wort den geheimen Sinn. Begierig hörte Sun Wu Kung zu und konnte ihn in kurzem auswendig. Dann bedankte er sich, ging wieder nach vorn und legte sich schlafen. Von da ab übte er sich im richtigen Atmen, wahrte Samen, Seele und Geist und zähmte seines Herzens Natur. Unter dieser Arbeit vergingen abermals drei Jahre. Da war das Werk vollbracht.

Eines Tages sprach der Meister zu ihm: »Noch drohen dir drei große Gefahren, die jeder bestehen muß, der etwas Außerordentliches erreicht, da ihn der Dämonen und Geister Neid verfolgt. Und nur, wer diese drei Gefahren bestanden hat, der lebt solange wie der Himmel.«

Da erschrak Sun Wu Kung und fragte: »Gibt es ein Mittel, sich vor diesen Gefahren zu schützen?«

Da sagte ihm der Meister abermals einen geheimen Spruch ins Ohr, durch den er die Kraft bekam, sich zweiundsiebzigmal zu wandeln.

Nach einigen Tagen schon hatte Sun Wu Kung die Kunst gelernt.

Eines Tages ging der Meister im Kreise seiner Jünger vor der Höhle spazieren. Er rief den Sun Wu Kung heran und fragte: »Wie steht's mit deiner Kunst, kannst du auch fliegen?«

»Jawohl!« antwortete der.

»So laß mich's einmal sehen!«

Der Affe sprang in die Höhe und kam fünf, sechs Fuß von der Erde weg. Unter seinen Füßen ballten sich Wolken, auf denen er mehrere hundert Schritt weit gehen konnte. Dann mußte er sich wieder zur Erde niederlassen.

Lachend sagte der Meister: »Das heißt in den Wolken herumkriechen, nicht auf den Wolken schweben, wie's Götter und Heilige, die in einem Tag die ganze Welt durchstreifen, können müssen. Ich will dich den Zauberspruch des Wolkenpurzelbaums lehren. Wenn du so einen Purzelbaum schlägst, kannst du achtzehntausend Meilen weit kommen.«

Hocherfreut bedankte sich Sun Wu Kung, und er war von da ab imstande, ohne jede Schranke des Raumes sich hin und her zu bewegen.

Eines Tages saß Sun Wu Kung mit den andern Jüngern zusammen unter der Kiefer vor dem Tor, und sie plauderten über die Geheimnisse der Lehre. Schließlich baten sie ihn, er möchte ihnen einmal seine Verwandlungskünste zeigen. Sun Wu Kung konnte sein Geheimnis nicht bei sich behalten und sagte zu.

Lächelnd sprach er: »Stellt mir nur eine Aufgabe! In was wollt ihr, daß ich mich verwandeln soll?«

Sie sagten: »Verwandle dich einmal in eine Kiefer!«

Sun Wu Kung sagte einen Spruch her, drehte sich um, und schon stand er als Kiefernbaum vor ihnen da. Da brachen sie alle in wieherndes Gelächter aus. Der Meister hörte den Lärm und kam zur Tür heraus, seinen Stock hinter sich herschleppend.

Er fuhr sie an: »Was habt ihr da zu lärmen?«

Sie sprachen: »Sun Wu Kung hat sich in einen Kiefernbaum verwandelt; darüber mußten wir lachen.«

»Sun Wu Kung, komm da her!« sagte der Meister. »Sage einmal, was machst du da für Kunststückchen? Was brauchst du dich in eine Kiefer zu verwandeln? Die ganze Arbeit, die du getan, ist dir nur gerade gut genug, um vor den Augen der andern zu zaubern. Das zeigt, daß du dein Herz noch nicht in der Hand hast.«

Demütig bat Sun Wu Kung um Verzeihung.

Der Meister aber sprach: »Ich trage dir nichts nach, aber du mußt fort.«

Mit Tränen in den Augen sagte Sun Wu Kung: »Wo soll ich denn hin?«

»Wo du hergekommen bist, da sollst du wieder hin!« sagte der Meister. Und als Sun Wu Kung nun traurig Abschied nahm, bedrohte ihn der Meister noch: »Mit deiner wilden Art bringst du sicher noch Unheil über dich. Du darfst keinem Menschen sagen, daß du mein Schüler bist. Wenn du etwas verlauten läßt, so hol ich deine Seele und sperr sie in die tiefste Hölle, daß du in tausend Ewigkeiten nicht mehr herauskommst.«

Sun Wu Kung sprach: »Ich will nichts sagen, ich will nichts sagen!«

Dann bedankte er sich noch für die ihm erwiesene Güte, schlug einen Purzelbaum und stieg zu den Wolken empor. Kaum war eine Stunde vergangen, da war er über die Meere und sah den Berg der Blumen und Früchte wieder vor sich liegen. Da fühlte er sich froh und heimisch, ließ seine Wolke zur Erde herab und rief zur Höhle hinein: »Kinderchen, ich bin wieder da!« Und schon strömte es aus dem Tal, hinter den Felsen, aus dem Gras und von den Bäumen herbei. Groß und klein kamen seine Affen zu Tausenden angesprungen, umringten ihn, begrüßten ihn und fragten nach seinen Erlebnissen. Sun Wu Kung sprach: »Ich hab jetzt ein Mittel zum ewigen Leben und brauch den alten Tod nicht mehr zu fürchten.« Da waren alle Affen hocherfreut, brachten um die Wette Blumen und Früchte, Pfirsiche und Wein herbei, um Sun Wu Kung zu begrüßen. Und wieder verehrten sie den Sun Wu Kung als schönen Affenkönig.

 

Sun Wu Kung versammelte nun die Affen um sich und erkundigte sich, wie es ihnen in seiner Abwesenheit ergangen sei.

Sie sprachen: »Es ist sehr gut, daß Ihr wieder da seid, großer König. Letzthin kam ein Teufel, der wollte unsere Höhle mit Gewalt in Besitz nehmen. Wir kämpften mit ihm; er aber schleppte viele Eurer Kinder mit sich fort und wird wohl bald wiederkommen.«

Sun Wu Kung ward sehr zornig und sprach: »Was ist das für ein Teufel, der sich solche Unverschämtheiten erlaubt?«

Die Affen antworteten: »Es ist der Teufelskönig des Chaos. Er wohnt im Norden, wer weiß wie viele Meilen weit. Wir sahen ihn nur in Nebel und Wolken kommen und gehen.«

Sun Wu Kung sprach: »Wartet, dem will ichs heimzahlen!«

Damit machte er einen Purzelbaum und war spurlos verschwunden.

Im äußersten Norden steht ein hoher Berg; an dessen Abhang ist eine Höhle, daran stand geschrieben: »Die Höhle der Nieren«. Vor der Tür tanzten kleine Teufelchen umher. Sun Wu Kung fuhr sie an: »Schnell sagt eurem Teufelskönig, er soll mir meine Kinder wiedergeben!« Erschrocken meldeten es die Teufelchen drinnen in der Höhle. Da langte der Teufelskönig nach seinem Schwert und kam heraus. Er war aber so groß und dick, daß er den Sun Wu Kung gar nicht erblickte. Von Kopf bis zu Fuß stak er in schwarzer Rüstung, und sein Gesicht war schwarz wie der Boden eines Kessels. Sun Wu Kung fuhr ihn an: »Verdammter Teufel, wo guckst du hin, daß du den alten Sun nicht siehst!« Da blickte der Teufel zu Boden und sah einen steinernen Affen vor sich stehen, barhäuptig in roten Kleidern, gelbem Gürtel und schwarzen Stiefeln. Da lachte der Teufelskönig und sprach: »Keine vier Fuß bist du hoch und keine dreißig Jahre alt, hast keine Waffe in der Hand und wagst doch solchen Lärm zu machen!« Sun Wu Kung sprach: »Ich bin dir zu klein; ich kann mich auch groß machen. Du verachtest mich, weil ich keine Waffe habe; aber ich kann mit meinen beiden Fäusten bis zum Himmel hauen.« Damit bückte er sich, ballte die Fäuste und begann den Teufel zu zerdreschen. Der Teufel war groß und plump. Sun Wu Kung aber sprang gewandt umher. Er fuhr ihm zwischen die Rippen und schlug ihn in die Weichen, und seine Schläge hagelten immer dichter. Der Teufel in seiner Verzweiflung hob sein großes Messer und schlug damit nach dem Kopf des Sun Wu Kung. Der aber wich dem Schlage aus und ließ seinen Vervielfältigungszauber spielen. Er rupfte sich ein Haar aus, steckte es in den Mund, zerkaute es, dann spuckte er es in die Luft und sagte: »Verwandle dich!« Da verwandelte es sich in viele hundert kleine Affen, die dem Teufel zu Leibe rückten. Sun Wu Kung hatte nämlich vierundachtzigtausend Haare am Leib, die sich alle einzeln verwandeln konnten. Die kleinen Affen mit ihren scharfen Augen sprangen pfeilgeschwind umher, umringten den Teufelskönig von allen Seiten, zerrten ihn an den Kleidern und packten ihn an den Beinen, bis er schließlich der Länge nach zu Boden schlug. Dann trat Sun Wu Kung selber hervor, riß ihm sein Messer aus der Hand und spaltete ihm den Kopf, wie man eine Melone zerteilt. Dann drang er in die Höhle ein und befreite seine gefangenen Kinder. Er zog die verwandelten Haare wieder an sich, machte Feuer und verbrannte die Nierenhöhle ganz und gar. Dann nahm er die befreiten Affen zu sich und fuhr mit ihnen im Sturmwind in seine Höhle auf dem Berg der Blumen und Früchte zurück, von allen Affen freudig begrüßt.

Seit Sun Wu Kung das große Messer des Teufelskönigs hatte, exerzierte er täglich seine Affen ein. Sie hatten hölzerne Schwerter und Bambuslanzen und machten ihre Kriegsmusik auf Rohrpfeifen. Er ließ sie ein Lager schlagen, um so allen Gefahren entgegenzutreten. Plötzlich kam es ihm: »Wenn wir so unser Wesen treiben, könnten wir vielleicht einen Menschenkönig oder einen Tierkönig reizen, mit uns zu kämpfen, und wir mit unsern Holzschwertern und Bambuslanzen wären ihm nicht gewachsen.« »Was tun?« sprach er zu seinen Affen. Vier Paviane traten vor und sagten: »In der Hauptstadt des Aulai-Reichs sind Krieger ohne Zahl. Dort gibts auch Kupfer- und Eisenschmiede. Wie wärs, wenn wir Stahl und Eisen kauften und uns von jenen Schmieden Waffen schmieden ließen?«

Ein Purzelbaum, und Sun Wu Kung stand vor dem Stadtgraben. Er sagte zu sich selbst: »Die Waffen erst lang zu kaufen, ist doch gar zu umständlich. Lieber will ich einen Zauber spielen lassen und mir einige nehmen.« So blies er auf die Erde. Da entstand ein wilder Sturmwind, daß Sand und Steine vor ihm herflogen und alle Krieger in der Stadt aus Angst davonliefen. Dann ging er nach dem Zeughaus, riß sich ein Haar heraus, verwandelte es in Tausende von kleinen Affen, räumte alle Waffenvorräte aus und fuhr auf einer Wolke nach Hause zurück.

Nun versammelte er sein Volk um sich und zählte es. Es waren im ganzen siebenundvierzigtausend. Sie brachten den ganzen Berg in Angst und alle Zaubertiere und Geisterfürsten darauf. Aus zweiundsiebzig Höhlen kamen sie herbei und ehrten ihn als ihr Haupt.

Eines Tages sprach der Affenkönig: »Ihr habt nun alle Waffen; aber dieses Messer, das ich dem Teufelsfürsten abgenommen, ist mir zu leicht, es paßt mir nicht mehr. Was ist zu tun?«

Da traten die vier Paviane hervor und sprachen: »Bei Eurer Geisteskraft, o König, werdet Ihr auf der ganzen Welt keine brauchbaren Waffen finden. Könnt Ihr wohl durchs Wasser wandeln?«

Der Affenkönig sprach: »Alle Elemente sind mir untertan, und es gibt keinen Ort, wo ich nicht hin könnte.«

Da sagten die Paviane: »Das Wasser hier an unsrer Höhle führt ins große Meer zum Schloß des Ostmeerdrachens. Wenn Ihr solche Zauberkraft besitzet, mögt Ihr zum Drachenkönig gehen und von ihm Euch eine Waffe geben lassen.«

Der Affenkönig wars zufrieden, sprang auf die Eisenbrücke und sagte einen Zauberspruch. Dann stürzte er sich in die Wellen, die sich vor ihm teilten, und lief bis zum Wasserkristallpalast. Da traf er einen Triton; der fragte, wer er wäre. Er nannte seinen Namen und sprach: »Ich bin der nächste Nachbar des Drachenkönigs und komme, ihn zu besuchen.« Der Triton meldete ihn im Schloß, und der Drachenkönig des Ostmeers kam eilig heraus, ihn zu empfangen. Er ließ ihn sitzen und wartete ihm mit Tee auf.

Sun Wu Kung sprach: »Ich habe geheime Weisheit erlernt und die Kraft der Unsterblichkeit erlangt. Ich habe meine Kinder im Waffenhandwerk eingeübt, um unsern Berg zu beschützen; aber ich habe selber keine brauchbare Waffe und komme daher, um bei Euch eine zu entlehnen.«

Der Drachenkönig ließ durch General Flunder einen großen Spieß bringen. Aber Sun Wu Kung war nicht zufrieden damit. Dann befahl er dem Feldherrn Aal, eine neunzinkige Gabel zu bringen, die über dreitausendsechshundert Pfund schwer war.

Aber Sun Wu Kung wog sie in der Hand und sagte: »Zu leicht! Zu leicht! Zu leicht!«

Erschrocken ließ der Drachenkönig nun die schwerste Waffe bringen, die er hatte. Die wog siebentausendzweihundert Pfund. Aber noch immer war sie dem Sun Wu Kung zu leicht. Der Drachenkönig versicherte, daß er keine schwerere habe. Aber Sun Wu Kung ließ sich nicht abbringen, sondern sagte: »Sieh nur mal nach!«

Schließlich kam die Drachenkönigin mit ihrer Tochter heraus, die sprachen zum Drachenkönig: »Mit dem Heiligen da ists nicht gut anbinden. In unserem Meer ist ja noch die große Eisenstange; die hat in letzter Zeit einen roten Glanz gezeigt, das ist wohl ein Zeichen, daß es an der Zeit ist, daß sie herauskommt.«

Der Drachenkönig sprach: »Das ist ja das Lot, mit dem der Große Yü, als er die Wasser ordnete, die Tiefe des Meeres und der Flüsse festlegte. Das darf man nicht wegnehmen.«

Die Drachenkönigin sprach: »Laß es ihn nur einmal sehen! Was er damit macht, geht uns ja nichts an.«

So führte ihn der Drachenkönig zu dem Lot. Schon von ferne sah man es in goldenem Scheine leuchten. Es war eine ungeheure Eisenstange, die an beiden Seiten goldene Zwingen hatte.

Sun Wu Kung hob sie mit aller Kraft; dann sagte er: »Die ist zu schwer; sie müßte etwas kürzer und dünner sein.«

Kaum hatte er das gesagt, so schrumpfte die Stange zusammen. Er versuchte es noch einmal. Da merkte er, daß sie auf Befehl groß oder klein wurde. Bis zur Größe einer Stecknadel konnte man sie zusammenschrumpfen lassen. Sun Wu Kung war hocherfreut und fuhr mit der Stange, die er hatte wieder groß werden lassen, im Meer umher, daß die Wellen berghoch emporspritzten und das ganze Drachenschloß erschüttert ward. Der Drachenkönig zitterte vor Furcht, und alle seine Schildkröten, Fische und Krebse zogen die Köpfe ein.

Sun Wu Kung sagte lachend: »Danke vielmals für das schöne Geschenk!« Dann fuhr er fort: »Nun hab ich zwar eine Waffe, aber noch keinen Panzer. Lieber, als daß ich noch zwei, drei andere Häuser aufsuche, ist es mir, wenn du mir auch noch eine Waffenrüstung leihst.«

Der Drachenkönig sagte, er habe keine Rüstung.

Da sprach der Affe: »Ich geh nicht eher, bis du mir eine verschafft hast!« Und schon begann er wieder, seine Stange zu schwingen.

»Tut mir nichts!« sagte der erschrockene König. »Ich will mal meine Brüder fragen.«

Und er ließ eine eiserne Trommel rühren und die goldene Glocke schlagen, und im Nu kamen aus allen Meeren die Brüder des Drachenkönigs herbei. Der Drachenkönig besprach sich im stillen mit ihnen: »Das ist ein ganz gefährlicher Gesell, den wir nicht reizen dürfen. Erst hat er mir die Stange mit den goldenen Zwingen genommen; nun will er auch noch eine Rüstung haben. Am besten wirds wohl sein, wir befriedigen ihn zunächst und verklagen ihn nachher beim Himmelsherrn.«

So brachten denn die Brüder eine goldene Zauberrüstung, Zauberstiefel und einen Zauberhelm herbei.

Sun Wu Kung bedankte sich und kehrte in seine Höhle zurück. Strahlend begrüßte er seine Kinder, die ihm entgegenkamen, und zeigte ihnen die Stange mit den goldenen Zwingen. Sie kamen alle herbei und wollten sie einmal aufheben; aber es war, wie wenn eine Libelle einen Steinpfeiler umwerfen oder eine Ameise einen großen Berg tragen wollte. Nicht ein Haar breit bewegte sie sich. Da sperrten die Affen die Mäuler auf und streckten die Zungen heraus und sagten: »Vater, wie hast du das schwere Ding nur tragen können?« Da sagte er ihnen das Geheimnis der Stange und führte es ihnen vor. Er ordnete nun sein Reich, ernannte die vier Paviane zu Feldherren, und auch die sieben Tiergeister, der Ochsengeist, der Drachengeist, der Vogelgeist, der Löwengeist und die andern schlossen sich ihm an.

Eines Tages hatten sie sich betrunken. Die Stange hatte er schon vorher zusammenschrumpfen lassen und ins Ohr gesteckt. Als er einschlief, da sah er im Traum zwei Männer kommen, die hatten eine Karte, auf der geschrieben stand: »Sun Wu Kung.« Sie duldeten keinen Widerstand, sondern banden ihn und führten seinen Geist davon. Als sie an eine große Stadt kamen, erwachte der Affenkönig allmählich aus seinem Rausche. Er sah eine eiserne Tafel über dem Stadttor; darauf stand mit großen Buchstaben: »Die Unterwelt.« Da ging ihm plötzlich ein Licht auf, und er sprach: »Das ist wohl die Wohnung des Todes? Aber ich bin doch seinem Machtbereich schon längst entnommen, wie kann er es wagen, mich herschleppen zu lassen!« Je mehr er nachdachte, desto wilder wurde er. Er holte die Stange mit den goldenen Zwingen aus seinem Ohr hervor, schwang sie und ließ sie groß werden. Dann zermalmte er die beiden Schergen zu Brei, zerriß seine Stricke und rollte seine Stange vor sich her bis in die Stadt. Die zehn Todesgötter erschraken und neigten sich bestürzt vor ihm und fragten: »Wer seid Ihr?«

Sun Wu Kung erwiderte: »Wenn Ihr mich nicht kennt, was schickt Ihr dann nach mir und laßt mich herschleppen? Ich bin der vom Himmel geborene Heilige Sun Wu Kung vom Berg der Blumen und Früchte. Aber wer seid Ihr? Schnell sagt mir Eure Namen, sonst schlag ich Euch!« –

Demütig nannten die zehn Todesgötter ihre Namen.

Sun Wu Kung sprach: »Ich, der alte Sun, habe die Kraft des ewigen Lebens erlangt. Ihr habt mir nichts zu sagen. Schnell holt das Buch des Lebens her!«

Der Tod wagte nicht zu widersprechen, sondern ließ durch den Schreiber das Buch herbeibringen. Sun Wu Kung schlug es auf. Da fand er unter der Klasse »Affen« Nr. 1350 die Bemerkung: »Sun Wu Kung, der vom Himmel geborene steinerne Affe. Seine Lebensdauer beträgt dreihundertzweiundvierzig Jahre. Dann soll er ohne Krankheit sterben.«

Sun Wu Kung nahm den Pinsel vom Tisch, strich das ganze Affengeschlecht im Buch des Lebens aus, warf das Buch hin und sagte: »Die Rechnung ist quitt! Von heut ab laß ich mir nichts mehr von Euch gefallen.«

Damit bahnte er sich mit seiner Stange den Weg aus der Unterwelt, und die zehn Todesgötter wagten nicht, ihm entgegenzutreten, sondern verklagten ihn erst hinterher beim Herrn des Himmels.

Als Sun Wu Kung die Stadt verlassen hatte, glitt er aus und fiel zu Boden. Darüber erwachte er und merkte, daß er geträumt hatte. Er berief die vier Paviane zu sich und sagte: »Famos! Famos! Ich war ins Schloß des Todes geschleppt worden und habe dort einen ordentlichen Lärm verführt. Ich habe mir das Buch des Lebens geben lassen und hab die Todesstunde von uns Affen allen ausgestrichen.« – Seit jener Zeit starben die Affen auf dem Berg nicht mehr, weil in der Unterwelt ihre Namen durchgestrichen waren.

Der Herr des Himmels aber saß in seinem Schloß und hatte alle seine Diener um sich versammelt. Da trat ein Heiliger hervor und überbrachte die Klage des Drachenkönigs vom Ostmeer. Und wieder ein anderer trat hervor und überbrachte die Klage der zehn Todesgötter. Der Herr des Himmels sah die Klageschriften durch. Beide berichteten von dem wilden, ungebührlichen Benehmen des Sun Wu Kung. Er befahl, daß ein Gott zur Erde stiege und ihn gefangennehme. Da trat jedoch der Abendstern hervor und sprach: »Dieser Affe ist entstanden aus der reinsten Kraft von Himmel und Erde und Sonne und Mond. Er hat geheimen Sinn erlangt und ist ein Unsterblicher geworden. Gedenket, Herr, an Eure große Liebe zu allen Lebenden und verzeiht ihm seine Sünde! Erlasset einen Befehl, daß er in den Himmel heraufberufen wird und hier ein Amt übernehme, damit er zur Besinnung kommt. Wenn er abermals Eure Gebote übertritt, so mag er unbarmherzig Strafe erdulden.« Der Herr des Himmels wars zufrieden. Er ließ einen Befehl ausfertigen und befahl dem Abendstern, ihn zu überbringen. Der Abendstern bestieg eine farbige Wolke und ließ sich darauf zum Berg der Blumen und Früchte nieder.

Er begrüßte den Sun Wu Kung und sprach zu ihm: »Der Herr hat von deinen Taten gehört und wollte dich bestrafen. Ich bin der Abendstern am westlichen Himmel und trat für dich ein. Darum hat er mich beauftragt, dich in den Himmel zu holen, um dir ein Amt zu übertragen.«

Sun Wu Kung war hocherfreut und sprach: »Ich hab mirs gerade überlegt, daß ich auch mal einen Besuch im Himmel machen wolle, und richtig seid Ihr nun gekommen, alter Stern, um mich zu holen.«

Dann ließ er seine vier Paviane vor sich kommen und schärfte ihnen ein: »Gebt mir gut acht auf unsern Berg! Ich geh jetzt in den Himmel, um mich dort ein bißchen umzusehen.«

Dann bestieg er mit dem Abendstern die Wolke und schwebte empor. Er machte aber seinen Purzelbaum und kam so rasch voran, daß der Abendstern auf seiner Wolke zurückblieb. Schon war er am südlichen Himmelstor und trat mit lässigen Schritten ein. Der Torwart wollte ihn abhalten; aber er ließ sich nichts gefallen. Mitten in ihrem Wortwechsel kam der Abendstern heran und klärte die Sache auf, und man ließ ihn zum Himmelstor hinein. Als er vor das Schloß des Himmelsherrn kam, blieb er aufrechtstehen, ohne sich zu verneigen.

Der Herr des Himmels fragte: »Dieses haarige Gesicht mit den spitzigen Lippen ist also der Sun Wu Kung?«

Er erwiderte: »Ja, ich bin der alte Sun.«

Alle Diener des Herrn waren bestürzt und sprachen: »Dieser wilde Affe verneigt sich nicht einmal und nennt sich gar noch selbst den alten Sun. Sein Verbrechen verdient tausendfachen Tod.«

Der Herr aber sprach: »Er kommt drunten von der Welt her und ist noch nicht an unsere Ordnungen gewöhnt. Wir wollen ihm verzeihen.«

Dann befahl er, ein Amt für ihn auszusuchen. Der Hofmeister berichtete: »Sonst ist nirgend ein Platz frei, nur im Marstall fehlt ein Beamter.« Darauf ernannte ihn der Herr zum Stallmeister der himmlischen Pferde. Da sagten ihm die Diener, er müsse sich nun für diese Gnade bedanken. Sun Wu Kung rief nun ein lautes: »Zu Befehl!« nahm seine Ernennungsurkunde zu sich und begab sich nach dem Marstall, sein Amt dort anzutreten.

Sun Wu Kung besorgte sein Amt mit großem Eifer. Die Himmelspferde wurden fett und groß und warfen reichlich Füllen. Ehe er sichs versah, war ein halber Monat vergangen. Da richteten ihm seine himmlischen Freunde ein Gastmahl zu.

Während des Trinkens fragte er gelegentlich: »Stallmeister, was ist das eigentlich für ein Name?«

»Nun, ein Amtsname«, war die Antwort.

»Welchen Rang hat dieses Amt?«

»Es hat gar keinen Rang«, war die Antwort.

»Ach,« fragte der Affe, »ist es so hoch, daß es über allen Rangstufen steht?«

»Nein, gar nicht hoch, gar nicht hoch!« antworteten sie. »Es steht gar nicht in der Rangliste, sondern ist eine ganz untergeordnete Stellung. Ihr habt nur für die Pferde zu sorgen. Wenn Ihr sie fett bekommt, kriegt Ihr eine gute Note. Werden sie mager, krank oder fallen sie, so ist die Strafe gleich zur Hand.«

Da wurde der Affenkönig böse. »Mich, den alten Sun, so schlecht zu behandeln!« fuhr er los. »Auf meinem Berg war ich König, war ich Vater. Was braucht der mich in seinen Himmel zu locken, daß ich Pferde füttere? Ich machs ihm nicht mehr! Ich machs ihm nicht mehr.«

Holla, da stieß er auch schon seinen Tisch um, holte die Stange mit den goldenen Zwingen aus dem Ohr, ließ sie wachsen und schlug sich damit eine Bahn bis vor das südliche Himmelstor hinaus. Kein Mensch wagte ihm entgegenzutreten.

Und schon war er auch wieder auf seinem Berge, und die Seinigen umringten ihn und fragten: »Über zehn Jahre seid Ihr weg gewesen, großer König! Warum kommt Ihr jetzt erst zurück?«

Der Affenkönig sagte: »Ich war doch nur etwa zehn Tage im Himmel. Dieser Himmelsherr versteht es nicht, seine Leute zu brauchen. Zum Stallmeister hat er mich gemacht, seine Pferde hab ich ihm füttern müssen. Ich schäme mich zu Tode. Aber ich hab mir's nicht gefallen lassen, und jetzt bin ich wieder da.«

Dienstwillig bereiteten ihm seine Affen ein Mahl zum Troste. Während des Trinkens kamen zwei einhörnige Teufelskönige, die brachten ihm ein gelbes Kaisergewand zum Geschenk. Erfreut schlüpfte er hinein und ernannte die beiden Einhörner zu Führern der Vorhut. Die Einhörner bedankten sich und begannen ihm zu schmeicheln: »Bei Eurer Macht und Weisheit, großer König, was braucht Ihr da dem Himmelsherrn zu dienen? Euch Himmelsgleichen Großer Heiliger zu nennen, das wäre in der Ordnung.«

Der Affe hörte ihre Reden gerne und sprach: »Gut! Gut!« Und er befahl seinen vier Pavianen, schnell eine Fahne zu machen, darauf geschrieben stand: Der himmelsgleiche Große Heilige. Und von da an ließ er sich mit diesem Namen nennen.

Als der Herr des Himmels von der Flucht des Affen hörte, da befahl er Li Dsing, dem Gott mit der Pagode in der Hand, und seinem dritten Sohne Notscha, den Affenkönig gefangenzunehmen. Sie zogen an der Spitze einer himmlischen Heerschar vor seine Höhle, schlugen ein Lager auf und sandten einen tapferen Kämpen, ihn zum Zweikampf herauszufordern. Der aber wurde mit Leichtigkeit von Sun Wu Kung besiegt und mußte fliehen, und Sun Wu Kung rief ihm noch lachend nach: »Solch eine Eiterblase! Und nennt sich Kämpfer des Himmels! Ich bring dich nicht um. Lauf schnell und laß einen Besseren kommen!«

Als Notscha es sah, da eilte er schnell zum Kampfe herbei.

Sun Wu Kung redete ihn an: »Wem gehörst du denn, Kleiner? Du mußt da nicht spielen, es könnte dir sonst etwas passieren.«

Notscha aber rief mit lauter Stimme: »Verdammter Affe! Ich bin Prinz Notscha und habe den Befehl, dich zu fangen.« Damit schwang er sein Schwert nach Sun Wu Kung.

Der sagte: »Gut, ich bleib da stehen und rühr mich nicht.«

Da ward Notscha zornig und verwandelte sich in einen dreiköpfigen Gott mit sechs Armen, in denen er sechserlei Waffen hielt. So stürmte er zum Angriff heran.

Sun Wu Kung lachte: »Der Kleine kanns! Aber sachte, wart ein bißchen! Ich will mich auch verwandeln.«

Und auch er verwandelte sich in eine dreiköpfige Gestalt mit sechs Armen und schwang drei goldbezwingte Stangen. Und so begannen sie den Kampf. Mit solcher Schnelligkeit hagelten die Schläge, daß es aussah, als schwirrten Tausende von Waffen durch die Luft. Nach dreißig Gängen war der Kampf noch unentschieden. Da kam Sun Wu Kung auf eine Auskunft. Heimlich riß er sich ein Haar heraus, verwandelte es in seine Gestalt und ließ es mit Notscha weiterkämpfen. Er selbst aber wischte hinter Notscha und schlug ihm mit seiner Stange auf den linken Arm, so daß er vor Schmerz zusammenbrach und besiegt abziehen mußte.

Er berichtete seinem Vater Li Dsing: »Dieser Teufelsaffe ist zu mächtig. Ich werde nicht mit ihm fertig.« Es blieb nichts anderes übrig, als in den Himmel zurückzukehren und die Niederlage einzugestehen. Der Herr des Himmels senkte den Kopf und besann sich auf einen andern Helden, den er schicken könnte.

Da trat abermals der Abendstern hervor und sprach: »Dieser Affe ist so stark und mutig, daß ihm wohl niemand hier gewachsen ist. Er hat sich empört, weil ihm das Amt des Stallmeisters zu gering war. Das beste wird sein, Gnade für Recht ergehen zu lassen und ihm seinen Willen zu tun und ihn zum himmelsgleichen Großen Heiligen zu ernennen. Man braucht ihm ja nur den leeren Titel zu verleihen, ohne ein Amt damit zu verbinden; dann ists getan.« – Der Herr des Himmels wars zufrieden und sandte abermals den Abendstern, den neuen Heiligen zu berufen. Als Sun Wu Kung von seiner Ankunft hörte, da sagte er: »Der alte Abendstern ist ein guter Kerl« und ließ sein Heer Spalier stehen, ihn festlich zu empfangen. Er selbst zog Feierkleider an und ging ihm höflich entgegen.

Der Abendstern erzählte nun, was sich im Himmel zugetragen, und daß er die Ernennung zum himmelsgleichen Großen Heiligen bei sich habe.

Da lachte der Heilige und sprach: »Schon damals habt Ihr Euch für mich verwendet, alter Stern. Und nun seid Ihr wieder für mich eingetreten. Vielen Dank! Vielen Dank!«

Als sie nun miteinander vor den Herrn des Himmels traten, sprach dieser: »Der Rang des himmelsgleichen Großen Heiligen ist sehr hoch. Nun darfst du aber nicht wieder Geschichten machen.«

Der Große Heilige bedankte sich, und der Herr des Himmels befahl zwei geschickten Baumeistern, östlich vom Pfirsichgarten der Königin-Mutter des Westens ein Schloß für ihn zu bauen, in das er mit allen Ehren eingeführt wurde.

Nun war der Heilige in seinem Element. Er hatte alles, was sein Herz begehrte, und ward durch keine Arbeit beschwert. Er ließ sichs wohl sein und ging nach Belieben im Himmel spazieren und machte bei den Göttern Besuche. Die drei Reinen und die vier Herrscher redete er mit einiger Ehrerbietung an; die Planetengötter aber und die Herren der achtundzwanzig Mondhäuser und der zwölf Tierkreisbilder und der sonstigen Sterne nannte er vertraulich »du«. So trieb er sich Tag für Tag ohne Beschäftigung in den Wolken des Himmels umher.

Da sprach einst ein Weiser zum Herrn des Himmels: »Der heilige Sun ist Tag für Tag müßig. Es ist zu fürchten, daß er auf unnütze Gedanken kommt. Besser wäre es, ihm irgend ein Amt zu übertragen.«

Der Herr des Himmels berief darum den Großen Heiligen und sprach zu ihm: »Die Lebenspfirsiche im Pfirsichgarten der Königin-Mutter werden bald reif. Ich übertrage dir das Amt, darauf zu achten. Sei sorgfältig in deinem Dienst!«

Das gefiel dem Heiligen, und er bedankte sich. Er ging nun in den Garten, wo ihn die Hüter und Gärtner auf den Knien empfingen.

Er fragte sie: »Wieviele Bäume sind im ganzen da?«

»Dreitausendsechshundert«, sprach der Gärtner. »In der vordersten Reihe stehen zwölfhundert. Die blühen rot und tragen kleine Früchte. Alle dreitausend Jahre werden sie reif. Wenn man davon ißt, wird man gesund und frisch. Die zwölfhundert in der mittleren Reihe haben gefüllte Blüten und tragen süße Früchte; sie werden alle sechstausend Jahre reif. Ißt man davon, so kann man im Morgenrote schweben, ohne alt zu werden. Die zwölfhundert in der letzten Reihe tragen rotgestreifte Früchte mit kleinen Kernen. Alle neuntausend Jahre werden sie reif. Ißt man davon, so erlangt man ewiges Leben wie der Himmel und bleibt durch Tausende von Äonen unberührt.«

Der Heilige hörte das mit Vergnügen. Er prüfte die Listen und kam von da ab alle paar Tage einmal, um nachzusehen. Von den hintersten Pfirsichen war schon der größte Teil reif. Kam er in den Garten, so schickte er die Hüter und Gärtner unter irgendeinem Vorwand weg, sprang auf die Bäume und aß sich jedesmal nach Herzenslust satt an den Pfirsichen.

Um jene Zeit rüstete die Königin-Mutter des Westens das große Pfirsichmahl, zu dem sie alle Götter des Himmels einzuladen pflegte. Sie sandte die Feen in den siebenfarbigen Kleidern aus mit Körben, um die Pfirsiche zu pflücken. Der Hüter sagte: »Der Garten ist nun der Obhut des himmelsgleichen Großen Heiligen anvertraut, ihr müßt euch erst bei ihm melden.« Damit führte er die sieben Feen in den Garten. Allenthalben suchten sie nach dem Großen Heiligen; aber sie fanden ihn nicht. Da sprachen die Feen: »Wir haben Auftrag und dürfen uns nicht verspäten. Wir wollen inzwischen mit dem Pflücken beginnen.« So pflückten sie in der vorderen Reihe einige Körbe voll. In der mittleren standen die Pfirsiche schon lichter. In der hinteren endlich hing nur noch ein einziger halbreifer Pfirsich. Sie bogen den Zweig hernieder und pflückten ihn; dann ließen sie ihn wieder in die Höhe schnellen.

Nun aber hatte der Große Heilige, der sich in einen Pfirsichwurm verwandelt hatte, gerade auf diesem Zweige seinen Mittagsschlaf gehalten. Als er so unsanft aufgeweckt wurde, erschien er in seiner wahren Gestalt, griff nach seiner Stange und wollte nach ihnen schlagen.

Die Feen aber sprachen: »Wir kommen im Auftrag der Königin-Mutter. Seid nicht böse, Großer Heiliger!«

Der Heilige sprach: »Wen hat die Königin-Mutter denn alles eingeladen?«

Sie sprachen: »Sämtliche Götter und Heilige im Himmel, auf Erden und unter der Erde.«

»Hat sie auch mich geladen?« fragte der Heilige.

»Wir wissen nichts davon,« war die Antwort.

Da wurde der Heilige böse, sagte einen Zauberspruch und sprach: »Bleibt! Bleibt! Bleibt!«

Da wurden die sieben Feen an der Stelle festgebannt. Er nahm nun eine Wolke und fuhr darauf zum Palast der Königin-Mutter.

Unterwegs begegnete er dem barfüßigen Gott und fragte ihn: »Wohin des Wegs?«

»Zum Pfirsichmahl«, war die Antwort.

Da log ihn der Heilige an: »Ich habe vom Herrn des Himmels den Befehl, allen Göttern und Heiligen zu sagen, daß sie erst in die Halle der Klarheit kommen sollen, um dort die Riten einzuüben und dann gemeinsam zur Königin-Mutter zu gehen.«

Der Barfüßige glaubte seinen Worten und wandte seine Wolke um.

Da verwandelte sich der Große Heilige in die Gestalt des Barfüßigen und fuhr nach dem Schloß der Königin-Mutter. Dort ließ er seine Wolke sinken und trat ganz unbekümmert ein. Das Mahl war schon bereitet, doch war noch keiner von den Göttern da. Plötzlich roch er den Duft des Weines und sah in einem Seitenraume an die hundert Fässer voll köstlichen Nektars stehen. Das Wasser lief ihm im Munde zusammen. Er riß sich einige Haare aus und verwandelte sie in Schlafwürmer. Die krochen den Schenken in die Nase, so daß sie alle in Schlaf verfielen. Dann ließ er sichs wohlsein an den köstlichen Speisen, öffnete die Fässer und trank, bis er sich einen großen Rausch angetrunken hatte. Da sprach er zu sich selbst: »Die Sache ist nicht recht geheuer. Ich will lieber heim und erst ein wenig schlafen.« Mit unsicheren Schritten stolperte er aus dem Garten. Richtig verfehlte er den Weg und kam aus Versehen in die Wohnung des Laotse. Da kam er wieder zu sich. Er brachte seine Kleider in Ordnung und ging hinein. Drin war niemand zu sehen; denn Laotse war eben beim Gott des Lichts und redete mit ihm, und alle seine Diener waren mit und hörten zu. Da er niemand fand, kam der Heilige in das innerste Gemach, wo Laotse das Lebenselixier zu brauen pflegte. Neben dem Ofen standen fünf Kürbisflaschen, die waren voll mit fertig bereiteten Pillen des Lebens. Der Heilige sprach: »Ich habe schon lang im Sinne gehabt, ein paar solcher Pillen zu bereiten. Nun trifft sich's ganz gut, daß ich sie hier finde.« So schüttete er den Inhalt der Kürbisflaschen aus und aß die Lebenspillen alle auf. Da er nun genug gegessen und getrunken hatte, dachte er bei sich selbst: »Schlimm, schlimm! Was ich da angerichtet habe, läßt sich nicht wieder gut machen. Wenn sie mich kriegen, bin ich meines Lebens nicht mehr sicher. Ich will lieber wieder auf die Welt hinunter und König bleiben.« Damit machte er sich unsichtbar und ging zum westlichen Himmelstor hinaus und kam wieder auf den Berg der Blumen und Früchte zurück, wo er den Seinen, die ihn empfingen, seine Erlebnisse erzählte.

Als er von dem Nektarwein im Pfirsichgarten sprach, da sagten seine Affen: »Wollt Ihr nicht noch einmal hin und ihnen noch ein paar Flaschen Wein stehlen, daß wir auch davon kosten und ewiges Leben erlangen?«

Der Affenkönig wars zufrieden, machte einen Purzelbaum, schlich sich unsichtbar in den Garten und griff noch vier Fässer auf. Zwei nahm er unter die Arme, zwei hielt er in Händen. Und spurlos verschwand er damit und brachte sie in seine Höhle, wo er sich's mit seinen Affen wohlsein ließ.

Unterdessen waren die sieben Feen, die der Heilige festgebannt, nach einem Tag und einer Nacht wieder frei geworden. Sie nahmen ihre Körbe zur Hand und erzählten der Königin-Mutter, was ihnen widerfahren. Auch die Schenken kamen herbeigelaufen und berichteten von der Verwüstung, die ein Unbekannter unter den Speisen und Getränken angerichtet. Die Königin-Mutter ging zum Herrn des Himmels, sich zu beklagen. Kurz darauf kam auch Laotse an, der von dem Diebstahl der Lebenspillen erzählte. Der barfüßige Gott kam herbei und berichtete, er sei vom himmelsgleichen Großen Heiligen betrogen worden, und aus dem Schloß des Großen Heiligen kamen die Diener gelaufen und sagten, der Heilige sei weg und nirgends zu finden. Da erschrak der Herr des Himmels und sprach: »Diese ganze Bescherung hat ohne Frage jener Teufelsaffe angerichtet.«

Nun wurde das ganze Himmelsheer mit allen Sternengöttern, Zeitgöttern, Berggöttern aufgeboten, um den Affen zu fangen. Li Dsing hatte wieder den Oberbefehl. Er belagerte den ganzen Berg, spannte das Himmelsnetz und das Erdnetz aus, so daß niemand entrinnen konnte. Dann schickte er seine tapfersten Helden zum Kampfe vor. Mutig widerstand der Affe allen Angriffen vom frühen Morgen bis zum Sonnenuntergang. Aber alle seine Getreuen waren in Gefangenschaft geraten. Da ward es ihm zu bunt. Er riß sich ein Haar aus und verwandelte es in Tausende von Affenkönigen, die alle mit der goldbezwingten Eisenstange um sich schlugen. Das himmlische Heer ward besiegt, und der Affe zog sich in seine Höhle zurück zu ruhen.

Nun war aber auch Guan Yin zum Pfirsichmahl in den Garten gekommen und erfuhr, was Sun Wu Kung getan. Als sie den Herrn des Himmels besuchte, da traf auch eben Li Dsing ein, der von der großen Niederlage, die sie am Berg der Blumen und Früchte erlitten, berichtete. Da sagte Guan Yin zu dem Herrn des Himmels: »Ich kann Euch einen Helden empfehlen, der sicher mit dem Affen fertig wird. Es ist Euer Enkel Yang Oerlang. Er hat alle Tier- und Vogelgeister besiegt und auch die Elfen in Gras und Busch unterworfen. Er weiß es, wie mans machen muß, um mit solchen Teufeln fertig zu werden.«

So wurde denn Yang Oerlang herbeigeholt, und Li Dsing führte ihn ins Lager. Li Dsing fragte Yang Oerlang, wie er es machen wolle, um mit dem Affen fertig zu werden.

Der sagte lachend: »Ich glaube, ich werde wohl mit ihm mich um die Wette verwandeln müssen. Es wird besser sein, wenn Ihr das Himmelsnetz wegnehmt, daß es beim Kampfe nicht stört.« Dann bat er den Li Dsing, sich im Luftraum aufzustellen mit dem Geisterspiegel in der Hand, damit, wenn der Affe sich unsichtbar mache, man ihn mit dem Spiegel auffinden könne. Nachdem er das alles abgemacht, trat Yang Oerlang mit seinen Geistern vor die Höhle zum Kampf.

Der Affe sprang heraus, und wie er den starken Helden mit seinem dreizinkigen Speere vor sich stehen sah, da fragte er ihn: »Wer bist du denn?«

Jener sprach: »Ich bin Yang Oerlang, der Enkel des Himmelsherrn.«

Da sprach der Affe lachend: »Ja, ja, jetzt fällt mirs ein: Seine Tochter hat sich ja einmal heimlich zu einem Herrn Yang gesellt und ihm einen Sohn geboren. Das bist wohl du?«

Yang Oerlang ergrimmte und fuhr mit seinem Speere auf ihn los. Nun gab es einen heißen Kampf. Dreihundert Gänge taten sie vergeblich. Da verwandelte sich Yang Oerlang in einen Riesen mit schwarzem Gesicht und rotem Haar.

»Nicht übel,« sagte der Affe, »aber das kann ich auch.«

So setzten sie denn in dieser Gestalt den Kampf fort. Die Paviane des Affen gerieten in große Angst. Die Tier- und Pflanzengeister des Yang Oerlang setzten den Affen hart zu. Die meisten erschlugen sie; die andern verkrochen sich. Als der Affe das sah, ward er unruhig in seinem Herzen. Er zog das Zauberbild wieder ein, nahm seine Stange zu sich und entfloh. Yang Oerlang war ihm hart auf den Fersen. Der Affe in seiner Not steckte die Stange, die er zur Nadel verwandelt hatte, ins Ohr, verwandelte sich in einen Sperling und flog auf den Gipfel eines Baumes. Yang Oerlang, der ihm eben auf den Fersen war, verlor ihn plötzlich aus den Augen. Aber mit scharfen Augen erkannte er, daß jener sich in einen Sperling verwandelt hatte. So warf er Speer und Armbrust weg und verwandelte sich in einen Sperber und stürzte sich auf den Sperling. Der aber flatterte empor und stieg als Kormoran hoch in die Luft. Yang Oerlang schüttelte sein Gefieder, verwandelte sich in einen großen Meerkranich und schoß zu den Wolken auf, den Kormoran zu packen. Der senkte sich nieder, flog in ein Tal und tauchte als Fisch in die Fluten eines Baches. Als Yang Oerlang am Rande des Tals angekommen war und seine Spur verloren hatte, da sprach er bei sich selbst: »Dieser Affe hat sich sicher in einen Fisch oder eine Krabbe verwandelt. Ich will mich auch verwandeln, um ihn zu fangen.« So wurde er zu einem Fischhabicht, der über der Fläche des Wassers schwebte. Als der Affe im Wasser den Fischhabicht erblickte, erkannte er ihn als Yang Oerlang. So schnellte er sich denn herum und entfloh; Yang Oerlang ihm nach. Schon war er ihm auf eine Schnabellänge nahe gekommen, da drehte sich jener, kam als Wasserschlange ans Land und verkroch sich im Grase. Yang Oerlang, als er die Wasserschlange hervorkriechen sah, verwandelte sich in einen Adler und spreizte seine scharfen Krallen, sie zu packen. Die Wasserschlange aber sprang empor und wurde zum gemeinsten aller Vögel, einer gesprenkelten Trappe und setzte sich auf den Abhang eines Berges. Als Yang Oerlang sah, daß jener sich in ein solch gemeines Tier verwandelte, da konnte er nicht mehr mit. Darum erschien er wieder in seiner ursprünglichen Gestalt, nahm seine Armbrust und schoß nach ihr. Die Trappe glitt aus und fiel den Abhang hinunter. Drunten aber verwandelte sich der Affe in die Kapelle eines Feldgottes. Er sperrte den Mund auf als Türe, die Zähne wurden zu Türflügeln, die Zunge zum Götterbild, die Augen zu Fenstern. Nur mit dem Schwanz wußte er nicht recht wohin. So richtete er ihn denn hinten steil empor als Fahnenstange. Als Yang Oerlang unten am Berge ankam, sah er die Kapelle, deren Fahnenstange auf der Hinterseite stand. Da lachte er und sprach: »Das ist wirklich ein Teufelsaffe! Er will mich verleiten, in die Kapelle zu gehen, um mich zu beißen. Aber ich geh nicht hinein. Ich will ihm erst die Fenster einschlagen und dann die Torflügel entzweitreten.« Als der Affe das hörte, erschrak er sehr. Er machte einen Tigersprung und verschwand spurlos in der Luft. Mit einem Purzelbaum gelangte er an den eigenen Tempel des Yang Oerlang. Er verwandelte sich nun in dessen Gestalt und trat ein. Die wachehaltenden Geister vermochten ihn nicht zu erkennen. Sie empfingen ihn kniend. Der Affe setzte sich nun auf den Götterthron und ließ sich die eingegangenen Gebete vorlegen.

Als Yang Oerlang den Affen nicht mehr sah, da stieg er in die Luft auf zu Li Dsing und sagte: »Ich hab mich mit dem Affen um die Wette verwandelt. Plötzlich find ich ihn nicht mehr. Sieh einmal in dem Spiegel nach!« Li Dsing sah in den Geisterspiegel; dann sagte er lachend: »Der Affe hat sich in Eure Gestalt verwandelt, sitzt in Eurem Tempel zu Hause und macht dort Unsinn.« Als Yang Oerlang das hörte, da nahm er seinen dreizinkigen Speer und eilte zu seinem Tempel. Die Türgeister sprachen erschrocken: »Gerade eben ist doch der Vater schon gekommen! Wie kommt denn jetzt auf einmal noch einer?« Yang Oerlang trat, ohne auf sie zu hören, in den Tempel ein und zielte mit seinem Speer nach dem Sun Wu Kung. Der nahm seine eigene Gestalt wieder an und sagte lachend: »Junger Herr, Ihr müßt nicht böse sein! Der Gott hier heißt jetzt Sun Wu Kung.« Ohne ein Wort zu sagen, schlug Yang Oerlang auf ihn ein. Sun Wu Kung nahm seine Stange und erwiderte die Schläge. So drängten sie sich kämpfend zum Tempel hinaus und kamen in Nebel und Wolken gehüllt wieder an den Berg der Blumen und Früchte.

Unterdessen saß Guan Yin mit Laotse, dem Himmelsherrn und der Königin-Mutter droben im Himmelssaal und warteten auf Nachricht. Als nichts erfolgte, sagte sie: »Ich will einmal mit Laotse an das südliche Himmelstor und schauen, wie die Sachen stehen.« Als sie sahen, daß der Kampf noch immer nicht zu Ende war, sprach sie zu Laotse: »Wie wäre, wenn wir dem Yang Oerlang ein bißchen zu Hilfe kämen? Ich will den Sun Wu Kung in meine Vase sperren.«

Laotse aber sagte: »Eure Vase ist aus Porzellan; er konnte sie mit seiner Eisenstange entzweischlagen. Aber ich habe da einen Diamantreif, der alle Wesen umschließen kann. Der ist zu brauchen.« So warf er vom Himmelstor seinen Ring durch die Luft und traf den Sun Wu Kung an den Kopf. Da dieser genug zu tun hatte mit Kämpfen, so konnte er sich nicht dagegen wehren. Von dem Wurf an die Schläfe glitt er aus. Doch richtete er sich wieder auf und wollte entfliehen. Allein der Himmelshund des Yang Oerlang biß ihn ins Bein, daß er zur Erde fiel. Yang Oerlang und die Seinen kamen herbei und banden ihn mit Stricken und schlugen ihm einen Haken durchs Schlüsselbein, daß er sich nicht mehr verwandeln konnte. Laotse aber nahm seinen Diamantring wieder zu sich und kehrte mit der Guan Yin in den Himmelssaal zurück.

Sun Wu Kung wurde nun im Triumph herbeigeführt und zur Enthauptung verurteilt. Man brachte ihn auf den Richtplatz und band ihn an einer Säule fest. Aber vergeblich waren alle Anstrengungen, ihn mit Beil oder Schwert, Donner oder Blitz zum Tode zu bringen. Nichts krümmte ihm ein Haar.

Laotse sprach: »Kein Wunder! Dieser Affe hat die Pfirsiche gefressen, den Wein getrunken und auch noch meine Lebenspillen verschluckt. Da kann ihm nichts etwas anhaben. Das beste wird sein, ich nehme ihn mit mir und stecke ihn in meinen Ofen, um das Lebenselixier wieder aus ihm herauszuschmelzen. Dann zerfällt er von selbst zu Staub und Asche.«

So wurden denn die Bande Sun Wu Kungs gelöst, und Laotse nahm ihn mit sich, steckte ihn in seinen Ofen und befahl seinem Knaben, das Feuer tüchtig zu schüren.

Am Rande des Ofens aber waren die Zeichen der acht Naturkräfte eingegraben. Als nun der Affe in den Ofen kam, da suchte er Schutz unter dem Zeichen des Windes. So konnte ihm das Feuer nichts anhaben; nur der Rauch beizte ihm die Augen. Er blieb in dem Ofen sieben mal sieben Tage; dann ließ Laotse öffnen, um einmal nachzusehen. Als aber Sun Wu Kung den Lichtschein sah, hielt er es nicht mehr länger aus, sondern sprang hervor und warf den Zauberofen um. Die Wärter und Diener stieß er zu Boden, und Laotse selbst, der ihn packen wollte, erhielt von ihm einen solchen Stoß, daß er die Beine in die Luft streckte wie eine umgekehrte Zwiebel. Dann nahm Sun Wu Kung seine Stange aus dem Ohr und schlug unbesehen alles kurz und klein, so daß die Sternengötter ihre Tür schlossen und die Himmelswächter davonliefen. Er kam an das Schloß des Himmelsherrn und konnte gerade noch durch den Torhüter mit seiner stählernen Peitsche zurückgehalten werden. Nun hetzte man die sechsunddreißig Donnergötter auf ihn, die ihn umringten, aber ihn nicht packen konnten.

Der Himmelsherr sagte: »Buddha weiß in allen Fällen Rat; schnell laßt ihn holen!«

So kam denn Buddha aus dem Westen herbei mit Ananda und Kashiapa, seinen Jüngern. Als er das Getümmel sah, da sagte er: »Laßt erst mal die Waffen ruhen und führt den Heiligen heraus! Ich will mit ihm reden.« Die Götter zogen sich zurück. Sun Wu Kung fragte schnaubend: »Wer bist du, daß du mit mir zu reden wagst?«

Buddha lächelte und sprach: »Ich bin aus dem seligen Westen Shakiamuni Amitofu. Ich habe von deinem Aufruhr gehört und bin gekommen, dich zu zähmen.«

Sun Wu Kung sprach: »Ich bin der steinerne Affe, der geheimen Sinn erlangt hat. Ich kann mich zweiundsiebzigmal verwandeln und lebe solange wie der Himmel. Womit hat der Himmelsherr es denn verdient, daß er ewig auf seinem Throne bleiben will? Er soll mir Platz machen, dann bin ich zufrieden.«

Buddha sagte lächelnd: »Du bist ein Tier, das Zauberkraft erlangt. Wie willst du denn als Herr des Himmels herrschen? Du mußt wissen, daß der Himmelsherr schon seit Äonen an seiner Tugend gearbeitet hat. Wieviel Jahre fehlen dir noch, um seine Würde zu erreichen! Und dann frage ich dich, kannst du außer deinen Verwandlungskünsten noch irgend etwas anderes?«

Sun Wu Kung sprach: »Ich kann Wolkenpurzelbäume schlagen. Mit jedem komm ich achtzehntausend Meilen weit. Das reicht doch wahrlich aus, um Himmelsherr zu sein!«

Buddha sagte lächelnd: »Wir wollen eine Wette machen. Wenn du mit einem Purzelbaum aus meiner Hand herauskommst, dann werde ich den Himmelsherrn bitten, dir Platz zu machen. Kommst du aber nicht heraus, so mußt du dich in meine Fesseln fügen.«

Sun Wu Kung verhielt sich das Lachen; denn er dachte: »Dieser Buddha ist ein verrückter Kerl! Seine Hand ist keinen Fuß lang; wie soll ich da nicht herausspringen können!« So sagte er denn mit vollem Munde: »Ja!«

Buddha streckte nun seine rechte Hand aus. Sie glich einem kleinen Lotosblatt. Sun Wu Kung sprang mit einem Satz darauf. Dann sagte er: »Los!« Dann machte er einen Purzelbaum nach dem andern, daß es nur so ging wie ein Wirbelwind. Während er so dahinsauste, sah er fünf hohe, rötliche Säulen zum Himmel ragen. Da dachte er: »Das ist das Ende der Welt. Ich will umkehren und Herr des Himmels werden. Aber ich will meinen Namen noch hier anschreiben zum Beweis, daß ich da war.« Er zog ein Haar heraus, verwandelte es in einen Pinsel und schrieb mit großen Buchstaben an die mittlere Säule: »Der himmelsgleiche Große Heilige.« Dann ging er noch ein wenig umher und erleichterte sich an der ersten der fünf Säulen. Dann machte er wieder seine Purzelbäume, bis er an den ursprünglichen Platz kam. Er sprang von der Hand herunter und sagte lachend: »So, nun mach' rasch, daß der Himmelsherr sein Himmelsschloß mir einräumt! Ich war am Ende der Welt und habe ein Zeichen dort hinterlassen.«

Buddha schalt: »Du infamer Affe, hast mir in die Hand gepißt! Wie willst du denn behaupten, daß du aus meiner Hand gekommen seist? Sieh einmal, ob an meinem Mittelfinger unten »der himmelgleiche Große Heilige« steht oder nicht! Und da, mein Daumen ist noch nicht trocken, und du willst immer noch recht haben?«

Sun Wu Kung erschrak aufs äußerste; denn er sah auf den ersten Blick, daß es sich so verhielt. Noch gab er sich äußerlich nicht zufrieden, sagte, er wolle noch einmal nachsehen, und suchte die Gelegenheit zu benutzen, um sich davonzumachen. Aber Buddha deckte die Hand auf ihn, schob ihn zum Himmelstor hinaus und bildete aus Wasser, Feuer, Holz, Erde und Metall ein Gebirge, das er ganz sachte auf ihn deckte, um ihn festzuhalten. Ein Zauber, der an einen Felsen geklebt war, hielt ihn fest.

Hier mußte er jahrhundertelang liegen, bis er endlich sich bekehrte und erlöst wurde, um dem Mönch vom Yangtsekiang zu helfen, die heiligen Schriften aus dem Westen zu holen. Er verehrte den Mönch als Meister und hieß von da ab der Wandernde. Guan Yin, die ihn befreite, gab dem Mönch einen goldenen Reif. Sun Wu Kung ward bewogen, ihn aufzusetzen, und sofort wuchs er ihm ins Fleisch hinein, daß er ihn nicht mehr ausziehen konnte. Guan Yin aber gab dem Mönch einen Zauber, durch den er den Ring enger machen konnte, wenn der Affe etwa einmal nicht folgen wollte. Von da an war er dann stets artig und gesittet.

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