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Auswahl Deutscher Gedichte für höhere Schulen

: Auswahl Deutscher Gedichte für höhere Schulen - Kapitel 579
Quellenangabe
pfad/antholog/schulged/schulged.xml
typepoem
authorVerschiedene Autoren
titleAuswahl Deutscher Gedichte für höhere Schulen
publisherBuchhandlung des Waisenhauses (Franckesche Stiftungen)
printrun328. ? 339. Tausend
editorAlfred Rausch
year1926
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20091005
projectid9ddcaa15
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Der deutsche Rhein

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Ob sie wie gier'ge Raben
Sich heiser danach schrein,

Solang er ruhig wallend
Sein grünes Kleid noch trägt,
Solang ein Ruder schallend
In seine Woge schlägt!

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Solang sich Herzen laben
An seinem Feuerwein;

Solang in seinem Strome
Noch fest die Felsen stehn,
Solang sich hohe Dome
In seinem Spiegel sehn!

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Solang dort kühne Knaben
Um schlanke Dirnen frei'n;

Solang die Flosse hebet
Ein Fisch auf seinem Grund,
Solang ein Lied noch lebet
In seiner Sänger Mund!

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Bis seine Flut begraben
Des letzten Manns Gebein!

Nikolaus Becker (1841)

 

Noch im selben Jahre schrieb sich der damalige Prinz Wilhelm dies Beckersche Lied eigenhändig ab und setzte unter die Schlußworte jenen kühnen Federzug, der seitdem aus der kaiserlichen Namensunterschrift der weiten Welt bekannt wurde. (v. Treitschke)

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