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Van Zantens Insel der Verheißung

Laurids Bruun: Van Zantens Insel der Verheißung - Kapitel 1
Quellenangabe
typefiction
authorLaurids Bruun
titleVan Zantens Insel der Verheißung
publisherS. Fischer Verlag
printrun161. bis 170. Auflage
year1933
translatorJulia Koppel
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071223
projectidcbd076ad
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Vorwort

Dieses zweite Buch von van Zanten ist ebenso wie das erste bruchstückweise geschrieben worden. Bestimmte Daten der verschiedenen Teile liegen nicht vor; aber soweit man aus den Tagebüchern ersehen kann, hat der Verfasser auf alle Fälle in den Jahren 1877, 1879 und 1880 mit diesem Stoff gearbeitet.

Auf einer Seite seines Tagebuches, »Batavia, März 1877« (am Schluß der »ästhetischen Periode« des Verfassers, wie aus dem Vorwort zu »Van Zantens glückliche Zeit« zu ersehen ist), steht: »An Daniel gearbeitet.« Ein loses Blatt, »Buka September« überschrieben, aber ohne Jahreszahl)Wahrscheinlich aus dem Jahre 1849, in dem v. Z. als Depotchef auf den Salomon-Inseln tätig war, von denen Buka eine der größten ist. bringt den Satz: »Das hätte Pieter Goy sehen sollen!« Schließlich liegt vom Herbst 1880, als v. Z. wieder nach Batavia zurückgekehrt war, folgende abschließende Bemerkung vor: »Las und sammelte Altes und Neues über Daniel und seine Freunde. Soll ich das Kind »Die Löwenhöhle« oder »Die Insel« nennen?

Aus bestimmten Gründen nehme ich an, daß die Kapitel 1-6 in einem Atemzug geschrieben sind. In den folgenden Kapiteln, die wahrscheinlich aus dem Jahre 1879 stammen, wird das Tempo langsamer, die Haltung zögernd. Ich denke mir, daß es v. Z. schwer gefallen ist, als er wieder in einer großen, modernen Stadt wohnte, den ironischen Grundton festzuhalten, mit dem das Buch anfängt. Seine Sehnsucht nach den Inseln wächst wieder und er wird von neuem durch den Glückstraum seiner Personen eingefangen – derselbe Traum, von dem »Van Zantens glückliche Zeit« getragen wird – und zu dem dieses Buch ein ironisches Gegenstück bilden sollte.

Es ist ganz interessant, zu beobachten, wie ein so ursprünglicher, außerhalb der Zunft stehender Dichter wie van Zanten dem in der Literaturgeschichte oft beobachteten Gesetz unterliegt, daß eine umfassende Künstlerbegabung den unbedingten Drang hat, sich durch entgegengesetzte Gesichtspunkte vorwärts zu bewegen.

Gegen die Insel, die in »Van Zantens glückliche Zeit« sein gelobtes Land war, wendet er sich hier ironisch und versucht sich ihr mit einem Lächeln zu entziehen. Das ist ihm auch bis auf die Kapitel 15-18 gelungen. Dort ist es, als ob das Lächeln stramm werde und die Ironie ins Schwanken gerate. Dieses Zögern ist mir ein natürlicher und genügender Beweis dafür, daß die Arbeit hier abermals unterbrochen worden ist.

Erst nachdem der Verfasser von neuem draußen gewesen und – 1880 – abermals zur Zivilisation zurückgekehrt war, hatte er die Überlegenheit zurückgewonnen, deren er bedurfte, um die Arbeit zu vollenden, um sich künstlerisch freizumachen.

Der Herausgeber hat etliche Stiländerungen vorgenommen, um den Übergang zwischen den verschiedenen Teilen auszugleichen, ebenso wie er einige positive Unklarheiten verbessert hat, die wahrscheinlich dadurch entstanden sind, daß die Einzelheiten des Stoffes sich während der Arbeitspausen in der Erinnerung de« Verfassers verschoben haben.

Sowohl der Titel »Die Insel der Verheißung«, als auch verschiedene der Kapitelüberschriften rühren ebenfalls vom Herausgeber her. Im Manuskript fanden sich betitelte und unbetitelte Kapitel durcheinander.

Indem ich der Lesewelt hiermit das zweite der van Zantenschen Manuskripte vorlege, möchte ich, auf Grund von vielen öffentlich und privat geäußerten Zweifeln, noch hinzufügen, – obgleich es mir persönlich ganz überflüssig erscheint – daß van Zanten wirklich nicht mit Laurids Bruun identisch ist.

Ich wollte, er wäre es!

Kopenhagen, im März.

Laurids Bruun.

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