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Dörchläuchting

Fritz Reuter: Dörchläuchting - Kapitel 9
Quellenangabe
typefiction
booktitleDörchläuchting
authorFritz Reuter
yearca. 1910
publisherMax Hesses Verlag
addressLeipzig
titleDörchläuchting
pages13-14
created20020513
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1866
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As nu dese beiden regirenden Monarchen up den Mark tau Nigen-Bramborg tausamen dropen, was dat för alle Nigen-Brambörger, de taufällig ut dat Finster keken, hellschen fierlich antauseihn, wo sei sick de gegensidigen Ihren erwisen deden, indem dat jeder wat von sine eigene Würd' nahgaww, üm den annern tau Ihren tau bringen. – De regirende Bäckerfru as lüttere Potentat – dat heit, nah de Unnerdahnen berekent – fung drei sößteihnfäutsche Raud rhinländsch Mat von Dörchläuchten af dormit an, de Hannürs tau maken, dat sei dor en lütten Knicks makte, as sei süs woll för en gauden Kunden in ehren Vörrath hadd; dorup rückte sei twei Raud vör, de Hän'n in de Siden un mit Pusten – äwer blot wegen ehre Vülligkeit, nich ut Stolz – un makte en Knicks, as hei sick ungefihr för den irsten Burmeister paßte, gung denn neger, stek de Hän'n unner de Schört un folgte sei äwer de Mag', un dükerte nu dicht vör Dörchläuchten unner un schot in'n Dutt tausamen, as wenn ein von ehr Virschepelssäck mit Weiten unnenwarts en Ret kregen un utlopen wir, un säd, as sei wedder tau Höchten un tau Athen kamen was: »Gun Morrn, Dörchläuchting.« – De regirende Herr as grötere Potentat makte sine Mitkollegin 'ne lütte Wennung halw linksch tau, läd sine linke Hand an den Degengriff, grep mit de rechte an den Dreimaster, äwer blot üm sick dorvon tau äwertügen, wat hei ok fast naug sitten ded, dat hei sine högeren Ihren un Würden jo nicks vergew. – »»Gun Morrn ok, Schultsch. Wat will Sei?«« frog hei. – Schultsch wull nu vel: irstens wull sei an desen gesegenten Himmelfohrtsdag, wenn sei wegen ehre irdische Vülligkeit un Kumplettigkeit ok nich grademang gen Himmel fohren kunn, doch as regirende Bäckerfru Schulten in de Ogen von de ›Groten an den Mark‹ tau Nigen-Bramborg so hoch stigen, as ehr Gewicht taulet, un wull derentwegen ehre Ledder an Dörchläuchten sine Hoheit anleggen un doran tau Höchten klaspern; un tweitens wull sei – Geld. – Dörchläuchten hadd nämlich in den Sommerfeldtog von verleden Johr allen Mundvörrath för sick un sine Armee von Hofdeinsten un Lakayen ut de Gegend requirirt, wo hei sin Standquartir upslagen hadd, un hadd doräwer Schatzbongs utstellt; dat heit mit annern Würden, hei hadd tau Nigen-Bramborg an den Mark un Umgegend sinen Unnerholt tausamen pumpt un hadd verspraken, hei wull taukamen Johr betahlen, den Rathskellermeister Kunsten den Win, den Slachter Christlieben dat Fleisch un Bäcker Schulten dat Brod un den Stuten. Nu hadd sick Schultsch dat vörnamen, desen Staatsverdrag tüschen Dörchläuchten, Paciscenten up de eine Sid, un tüschen ehren Eheherrn Krischan Schulten, Paciscenten up de annere Sid, up diplomatischen Wegen in Richtigkeit tau bringen. Sei gung nu also, as ehr Dörchläuchten de Frag': »wat will Sei?« so – baff! – in den Bort smet – denn sei hadd en beten von Bortwarks – gor nich d'rup in un säd, indem sei mit Dörchläuchten anfung up un dal tau gahn un sick üm den hogen Herrn sin dörchläuchtigstes Achterdeil herümmerwölterte, dat sei em de ihrfurchtsvulle rechte Sid äwerlet: »Je, Dörchläuchting, dat seggen Sei woll. Seihn S', ick bün up Fastelabend nu ok all dreiunfößtig worden, un wat min Krischan is – Sei kennen em jo, hei was jo dat, de dunntaumalen, as de Börgerschaft Sei wegen de nige Paleh tau Pird von de Dannenkraug afhalen ded, dat Mallür hadd, dat em de Stigbägel ret un hei von't Pird föll, wobi Sei noch de hoge Gnad' hadden tau seggen: de Swinegel wir woll besapen; wat hei äwer nich was, denn – Snaps? – nich rög' an! äwer Bir – ja, dat drinkt hei – wi hewwen äwer ok schön Bir – duwwelt un einfach, wat de slichten Minschen ut Schawernack ›Lüttjedünn‹ nennen. – Nu frag' ick Sei, Dörchläuchten, is dat Lüttjedünn, wovon söß Buddeln en Kirl ümsmiten?« – Hir was Schultsch ehr Pust tau En'n un Dörchläuchten sin Paleh, hei dreihte also üm un säd, dat hei so'n Bir sülben nich för Lüttjedünn estimiren künn. – Schultsch makte wedder ehre Wennung achter em 'rüm un säd: »Dat segg ick, Dörchläuchten, un de Herr Konrekter drinkt ok ümmer dorvon, dat heit Alldags, Festdags drinkt hei Duwwelbir. – Äwer wat ick seggen wull – mit Krischanen – ick segg, Dörchläuchting, hei ett tau unrimschen un denn so fett! Seihn S', dor kam ick nilich äwer tau, dor hett hei sick en Stück Ledderkes' afsneden rund üm den Kes' un hett sick dor Botter upsmert, un dat ett hei ahn Brod – dat hett hei blot von den Kirl, den Zirzow'schen Hollänner, lihrt, un dorin is hei grad' as en Kind. Ne, segg ick, Krischan, Kinnermat un Kalwermat möten oll Lüd' weiten. Süh, segg ick, kik mi an, ick heww – Gott sei Dank! – ok en gauden Apptit, un't helpt mi jo ok: äwer Du äwerdriwwst dat, Du geihst jo up as en Weitendeig, un de Herr Konrekter seggt dat ok, denn hei kümmt männigmal bi uns vör un set't sick bi Krischanen up de Bänk, indem dat hei Krischanen girn liden mag, un denn set't hei sick ümmer up Krischanen sine fründliche Sid, denn Sei weiten jo, Dörchläuchting, Krischanen hett vör en Johr de Slag rührt, un up de ein Sid thrant em dat Og, un hei süht von de Sid ut, as wenn hei ludhals' rohren deiht, wat äwer nich is, denn hei is ümmer lustig, un dorüm set't sick de Herr Konrekter ümmer up sine lächerliche Sid, un Krischan vertellt denn allerlei Spaß, denn hei is hellschen putzig in't Vertellen.« – Hir was de Pust un't Paleh wedder tau En'n, un Schultsch makte wedder ehren Umswang. – »»Wat makt denn de Konrekter?«« frog Dörchläuchting. – »Oh, ick dank velmal. Dat geiht jo noch ümmer mit em so lala, hei is jo ok noch in sine besten Johren, un de Lüd' seggen jo, hei will wedder frigen.« – »»Wat?«« fohrte Dörchläuchting up, denn em schot mit einem Mal dörch den Kopp, dat hei för dat Woll von sine Unnerdahnen upkamen müßt. »»Was will er!«« – »Herre Gott, Dörchläuchting,« rep Schultsch un verfirte sick dägern, »is denn dat so wat Gefährlichs, wenn Lüd' sick frigen? Wi Brambörger frigen all, wenn wi känen, un Magistrat un Börgerschaft . . . .« – »»Dummer Schnack!«« rep Dörchläuchten, »»welche Person will er heiraten? Wir wollen das wissen;«« un dorbi kek hei Schultsch dörch all ehr Fett bet in dat Gewissen 'rin; denn kiken kunn hei hellschen. Schultsch fäuhlte denn ok den forschen Blick von sine Ogen un fäuhlte, dat en gewaltigen Herr ehre Nieren prüfte; Utflücht wiren nich tau maken, sei stamerte also: »Je, Dörchläuchting, de Lüd' seggen jo, dat sall de Soltmannen sin, de vakante Kammerjumfer von de hochgnedige Prinzeß; ick segg man, wat de Lüd' seggen; äwer ick . . . .« – »»Dat sünd Kabalen,«« schreg Dörchläuchting, »»dor steckt min leiw' Christelswester achter. Äwer ick will kein verfrigtes Volk üm mi 'rümmer hewwen, un de Konrekter sall nich frigen, denn ick kann em nich missen. Dat sünd Wiwerkabalen!«« – Hm, dachte Schultsch, wenn hei so bibliwwt mit Towen, denn kriggst Du kein Geld, Du möst em wedder en beten begäuschen. »Dörchläuchting,« säd sei lud, »dat mägen nu Kanebalen sin oder nich, äwer wat de Lüd' seggen, is nich; de nimmt hei nich, un ick heww all ümmer tau Krischanen seggt, Du sallst seihn, säd ick, wenn hei ein nimmt, denn nimmt hei Dürten Holzen.« – »»Wer is dat?«« frog Dörchläuchten. – »Je, Dörchläuchting,« säd Schultsch, un bögte sick recht tautrulich an den hogen Herrn 'ranne, »kennen Sei Dürten Holzen nich? Dat is jo den Herrn Konrekter sine Wirtschafterin« – de gnädigste Herr stunn bi de Nahricht von dese Mesallianz ganz starr, Schultsch höll dit in ehren Unverstand för idel Sanftmäudigkeit un red'te wider – »un sei is jo all fiw Johr bi em west, un't is en orndlich un en flitig un en anseihnlich Frugensminsch, un dorbi is jo ok wider nicks nich tau seggen, un ick bün jo ok Wirtschafterin west, as Krischan mi frigen ded – na, dunn let mi dat ok noch en beten beter, as up Stun'ns – un sei is jo de Swester von Stining Holzen, de Ehr Löper Halsband frigen will, un as Hofrath Altmann gistern bi uns säd: Sei leden't nich, Dörchläuchting, dunn brummte Krischan wat in den Bort un makte de Dör von de Stuwenklock up un satt fiw klockenige Stun'n vör de Dör un schrew up dit Poppir de Reknung af, de von verleden Johr dor noch von Sei in steiht. – Un hir . . . . Dormit wull sei em in ehren vullen Vertrugen de Reknung in de Hand steken, äwer wo prallte sei taurügg! – »Vaddersching,« säd sei nah Johren noch ümmer tau de Smädfru Swartkoppen, wenn sei dit Stück vertellte, »hei süht jo för gewöhnlich man so geistlich un blassing von Gesicht ut, äwer ditmal was dat doch grad', as wenn ick up Krischanen sine nige schörlakene West kik, un de oll lütt Haut gung em up den Kopp von sülwen ümmer up un dal, un sin Horbüdel hadd sick pil in En'n reckt, un sine armen Beinen bewerten ordentlich vör Wuth, as hadd hei stats en por Waden en por Kläterbüssen in de sidenen Strümp steken.« – Un sei hett dit nich äwerdrewen, denn Dörchläuchten bewerte vör Wuth an den ganzen Liw: »»Impertinentes Frauensmensch!«« rep hei un stödd ehr de Reknung ut de Hand, dat Krischan Schulten sine sure, siwstünnige schriftliche Arbeit so licht äwer den Mark henflog, as wir't 'ne blote Schauljung's-Arbeit. – »»Rand!«« rep hei, »»wo ist der Esel?«« –Wenn hei desen Titel brukte, denn wüßte Rand ümmer, dat Holland in Noth was un hei verlangt würd. Hei stört'te sick also ahn Besinnen in den diplomatischen Strid un söchte de Differenzen tüschen de beiden hogen Paciscenten tau vermiddeln, un dortau was hei, as wenn hei dortau eigends anstellt wir, denn wenn Dörchläuchten ok sin Herr was, so was Schultsch wegen ehr Duwwelbir sine leiwste Fründin. – »Mein Gott doch, Dörchläuchting, wat iwern Sei sick? Wo känen Sei sick äwer Schultschen argern? – Mein Gott doch, Fru Schulten, so laten S' doch de Arm ut de Sid! – Paßt sick dat? – Dor möt Dörchläuchten sick jo äwer argern!« denn Schultsch hadd in ehre gerechte Sak de Arm in de Siden stemmt. De beiden Lakayen wiren ok tausprungen, un Dörchläuchten winkte blot mit de Hand, un de Lakayen verstunnen dat ok glik un drewen Schultsch af, un Dörchläuchten winkte noch mal, un sei schücherten mit Schultsch äwer den Mark 'räwer. – »»Rand!«« rep Dörchläuchten, as de Luft halwweg' rein was, un halte deip Athen: »»de Konrekter will frigen, Halsband will frigen«« – hir lachte hei hell up – »»dat Bäckerwiw giwwt mi 'ne Reknung,«« hir ballte hei achter Schultsch de Fust äwer den ganzen Mark 'räwer, »»wat? bün ick noch regirende Herr?««

Wenn Einer wegen dese Geschicht glöwen süll, dat de Bäckerfru Schulten tau Nigen-Bramborg 'ne Oppositionskannedatin un 'ne Rebellerin wir, wil dat sei Dörchläuchten mit verdreitliche Frigeratschonen un Reknungen unner de Ogen gung, denn ritt hei up den Holtweg; mit de Frigeratschonen wull sei Dörchläuchten blot en beten gnedig ketteln, denn sei wüßt von vordem, dat hei hellschen niglich was un girn snacken müggt, un 'ne Reknung höll sei för 'ne börgerliche Gerechtigkeit. Un wenn Einer ut dese Geschicht herute lesen süll, dat Dörchläuchten en Tyrann oder gekrönten Bösewicht west wir, denn red hei woll sogor in'n Düstern up en Knüppeldamm. Dörchläuchten was de sachtmäudigste Potentat unner de Sünn, äwer Keiner dörft em an den Wagen führen, 't müßt All nah sinen Willen gahn. Hei müggt ok girn von Frigeratschonen hüren un snacken; äwer dorbi dörften keine Lüd' in't Spill kamen, de üm sine Perßohn wiren; un 'ne Reknung von sine eigenen Unnerdahnen höll hei för 'ne grote Ungerechtigkeit. – Sall ick nu seggen, wer hir Recht hett in desen slimmen un bedräuwten Handel, so möt ick mi, ahn en Vurthel dorin tau säuken, up Dörchläuchten sine Sid stellen, denn irstens was hei regirende Herr, un dat seggt vel; tweitens hadd Schultsch em ketteln wullt un hadd em knepen, un dat seggt noch mihr; un drüddens brukt Keiner en gekröntes Haupt tau sin, üm intauseihn, dat 'ne Reknung en fatales Stück is, un dat seggt am meisten, un ick för min Perßohn segg dat ok.

Ungefihr dat sülwige säd Rand ok tau Dörchläuchten, un hei hadd em jo ok woll wedder in en ruhigen Verfat bröcht, wenn de Düwel nich vermorrntau sin Spill mit den Herrn Kammerpächter Hans Wendhalsen tau Broda hatt hadd. Grad' as Schultsch von de beiden Lakayen von de ein Sid äwer den Mark drewen würd, drew Hans von de anner Sid mit Halsbandten 'ruppe.

Dörchläuchten sin Zorn was grot, äwer sine Niglichkeit un sine angeburne Furcht, dat em mal sin Rik afhannen kamen künn, was gröter. As hei de Brodaschen Daglöhnerlüd' mit all de velen lütten Brambörgschen Stratenjung's up den Mark un up sick taukamen sach, dachte hei natürlich as en verstännigen un vörsichtigen Regent an Upruhr. Un nebenbi möt ick hir bemarken för de, de dit lesen, dat Dörchläuchten abslutemang en grotes Schenie in't Regiren west sin möt, denn dat Mark- un Afteiken von en richtig Schenie is, dat dat ut den bloten Schatten, den de Taukunft vör sick her smiten deiht, Allens uttaudüden weit, wat passiren ward. Dörchläuchten verfirte sick äwer den Schatten, den de Daglöhners un de Stratenjung's up den Brambörg'schen Mark smiten deden, un sall den sülwigen Abend noch tau Randten as regirendes Schenie seggt hewwen: »Rand, wir stehen am Vorabende großer Ereignisse,« un wil Hans Wendhalsen sin Upruhr von Westen tau up em tau kamen was, sall hei dortau set't hewwen: »Rand, Du sallst seihn, in den Westen treckt en Swark up, in Frankrik breckt 'ne Revolutschon los.« – Rand was tauirst ok de Meinung, dat sick en lütten Upruhr upsmiten künn, äwer as hei sach, dat sine Fründin, de Bäckerfru Schulten, sick dor ganz unschüllig 'rinne mengeliren ded, säd hei: »Dörchläuchten, 't is nicks. Wo ward sick 'ne Brambörg'sche Börgerfru mit en Stratenspektakel bemengen;« un as sick de beiden Lakayen in den Hümpel 'rinne drängten un en beten Platz vör sick schafften, dat Einer dorinner seihn kunn, rep hei: »Na, so wat krüppt nich up den bäwelsten Bähn! Dörchläuchten, dat is jo uns' Halsband! – Un dat is jo uns' Broda'sche Kammerpächter! – Dörchläuchten, sei bringen Halsbandten gebun'n gebröcht!« – »»Halsbandten? – Na, täuw! Den will ick . . . .«« rep Dörchläuchten. – »Ne,« rep Rand dortüschen, »Dörchläuchten, dat geiht nich! – In Gegenwart von alle Lüd'? – Wo? Sei rungeniren jo den deipen Respekt vör Ehre Hofchargen! Hei geiht so all bi Lütten fläuten.« – Dit sach Dörchläuchten in, hei begrep sick also un gung in ruhigen, fürstlichen Schritt, nich in Zorn, blot ut Niglichkeit up den Hümpel los.

Klauk-Hans hadd all in de Treptow'sche Strat so'n düsteres Vörgefäuhl, dat, wenn sin Gefangene würklich ›Halsband‹ heiten ded, as de lütten Stratenjung's repen, hei unmäglich ›Grabow‹ heiten künn, un dat em de Lüd' wegen dit Stück von desen Morgen mal ›Dumm-Hans‹ näumen künnen, un as Bäcker Schultsch em ok ›Halsband‹ heiten, un de beiden Lakayen em as Mitkollegen begrüßen würden, dunn würd em dat ümmer düdlicher, dat hei 'ne Anwartschaft up desen letzten Titel hadd; dat Hart schot em in de Hosen, un hei drückte sick achter den einen Rathhuspiler, sin Staathöller, de binah eben so klauk was, as hei sülwen, krop achter den annern, un as de ollen Daglöhners sick ahn alle Führung, un Dörchläuchten in sinen fürstlichen Glanz up sick los strahlen segen, stöwten sei as grage Regenwulken vör de upgahnde Sünn utenanner, de Stratenjung's folgten as Newelwulken, un Dörchläuchten stunn mit Randten un de beiden Lakayen vör den Arrestanten. – Schultsch hadd sick ok in etwas taurügg tagen. –

»Welcher Hallunke hat meinen Läufer arretirt? « rep Dörchläuchten, de wedder in hellen Zorn kamm, as hei Halsbandten bunnen sach – em nich tau verdenken! denn sine fürstliche Ihr was smählich in sinen Provat-Löper angrepen. – Dörch sin blotes Uptreden hadd Serenissimus den ganzen Upruhr dämpt, un dörch dese por Würd' slog hei Hansen un den Staathöller in de Flucht, denn as Klauk-Hans, oder – as hei von nu an woll heiten möt – Dumm-Hans dese anzügliche Red' hürte, ritschte hei achter den Rathuspiler 'rute un rönnte, as hadd hei Füer in de Büx, dwars äwer den Mark nah de gollne Kugel – un söchte sick dor en heimliches Flag, sin Staathöller folgte em tru. – »Wer hat Dich gebunden? Was hast Du verbrochen? Wo hast Du Deine Liwreh? Wo hast Du Deinen Hut?« prust'te de hoge Herr ut sin gnedigstes Mulwark herute. – Halsband was en gaudmäudigen, fröhlichen Minschen, de kein Kind wat tau Leden dauhn kunn, äwer wenn en Minsch sick irst mit en ungeheuer klauken Kammerpächter un all sin Daglöhners 'rümmer slagen möt, wenn hei wegen en beten Henunherlopen bunnen un dörch 'ne anständige Stadt, as Nigen-Bramborg is, as Spitzbauw un Röwer ledd't un von de lütte, gebild'te Jugend begrüßt ward, un wenn denn tauletzt de Zorn von en regirenden Herrn as Sauß äwer desen ganzen Klumpen Unglück utgaten ward, denn et der Deuwel dit Gericht mit lachenden Mun'n ut. – Halsband brus'te also ok tau Höcht: »»Verrückte Minschen hewwen mi bunnen! Verbraken heww ick nicks! un min Liwreh un min Haut liggen bi den Durschriwer.«« – Dat was jo 'ne scheußliche Antwurt up Dörchläuchten sine Fragen, de gnedige Herr rep also ok in helle Wuth: »Wie kannst Du Dich unterstehen, mir in Hemdärmeln vor die Augen zu kommen?« – Dor müßt Dörchläuchten de Minschen nah fragen, de em mit Gewalt in desen Taustand bröcht hadden, was Halsbandten sine impertinente Antwurt. – Dit was tau dull! Wo, so'n Kirl, as en Löper, de wull Dörchläuchten, den regirenden Herrn äwer dat ganze Land, Vörschriften maken, wat hei dauhn süll. Dörchläuchten bewerte denn ok vör Wuth an den ganzen Liw' un rep: »Ich jag' Dich weg, Hallunke, ich jag' Dich weg!« – De Folgen von desen Zorn künnen denn nu würklich schrecklich warden, dit fäuhlten de beiden Lakayen un treckten sick fiw Schritt achter Dörchläuchten sinen Puckel tauhop, un sülwst Rand, de süs vele Krasch' vör Dörchläuchten hadd, sach sick in sorgsamen Gedanken mit dalslahne Ogen den gnedigen Herrn sinen Horbüdel von achter an; blot Wilhelm Halsband kek Dörchläuchten frech in de Ogen un säd mit 'ne ruhige Bestimmtheit, de blot ut einen grundverdorbenen Harten stammen kunn: »»So! Dörchläuchten hewwen dat eben seggt, un ick nem de Entlatung an. Löper kann ick so as so nich länger bliwen, denn de Schimp, de mi andahn is, künn up de annern Hofbedeinten fallen.«« – Eben wull Dörchläuchten mit den Utraup: »Du Schurke, nu sollst Du grade nich weg!« mit sinen Ruhrstock sine hoge fürstliche Willensmeinung up Halsbandten sinen Puckel unnerschriwen, as sin forsche Driwwt un Drang tau regiren un sine Unnerdahnen glücklich tau maken, mit einem Mal ganz ut de Richt kamm. Dürten Holzen schow sick mit ehre dägte Perßohn tüschen den hogen Herrn sinen Zorn un Halsbandten sinen Trotz. – »Wo?« rep sei, »dit wir jo doch snurrig! Wecker dägte Kirl sleiht up en Minschen los, den de Hän'n up den Puckel bunnen sünd?« un dormit fung sei an, in alle Gemächlichkeit den Sacksband los tau bin'n, den Klauk- . . . . wull ick seggen – Dumm-Hans den Löper üm de Arm tüdert hadd. –

An einen regirenden Fürsten warden up Stun'ns swore Ansprüchen makt, un vördem was dat nich minner de Fall; äwer All de, de dunntaumalen Dörchläuchten sine hoge Zornigkeit mit anseihn hewwen, wiren de Meinung, hei hadd dat Mäglichste in desen Hinsichten farig kregen un mihr wir in desen Artikel nich wider von em tau verlangen, höger let sick de Sak nich driwen, nu müßt – as sei dat nu näumen – 'ne ›Reaktion‹ intreden, entweder mit Krämpfen, oder Ahnmachten, oder so wat Gauds. So wid was nu Allens wenigstens ganz natürlich taugahn; äwer as de Herr Dürten Holzen tau seihn kreg, ehre Reden hürte un ehr Handtiren gewohr würd, dunn brok bi em ein von sine äwernatürlichen Grugels ut, ditmal wohrschinlich de Frugenstimmer-Grugel; sin Stock sackte dal, hei gung drei Schritt t'rügg, reckte de Hän'n nah vör un stamerte: »Rand! Rand! wat is dit? wat is dit?« – »»'T is Dürten Holzen, gnedigste Herr,«« säd Rand un grep von achter den Herrn unner de Arm, »»'t is de Swester von Halsbandten sine Brud.«« – »Brud? Brud? De Kirl will frigen? – Täuw! Dor will ick Di helpen! – De Kirl sall glik in en abscheuliches, düsteres Lock smeten warden.« – Halsband wull wat seggen, äwer Dürten Holzen sned em dat Wurd af: »»Dörchläuchten,«« säd sei un stunn steidel ahn Furcht un ahn Tadel vör den hogen Herrn, »»Sei sünd uns' Herr, un as so'n möten wi Sei ok estimiren. Äwer worum süll Halsband insmeten warden? Wat hett hei verbraken? Worüm willen Sei den jungen Minschen unglücklich maken? Worüm willen Sei up dat unschüllige Hart von mine Swester un up de witten Hor von minen ollen Vader so'ne Weihdag' leggen?«« – »Sei sall ok insmeten warden, sei sall ok in ein abscheuliches, düsteres . . .« rep Dörchläuchten; äwer mit einem Mal snappte hei af, denn hei sach nu ok noch Bäcker Schultsch mit de Reknung in de Hand bi Dürten stahn, un em würd dat vör de Ogen flirren, as wenn all de Frugenslüd' von ganz Nigen-Bramborg up den Mark hen un her danzten, un all sine unbetahlten Reknungen danzten mit, un Klocken klüngen em in de Uhren, as wenn dat de Brudklocken wiren för all de Frugenslüd', un de hoge Herr sackte in Ahnmacht un kreg – as Schultsch säd – dat Swinhäuden, un Rand un de beiden Lakayen müßten em un den Ruhrstock in de Paleh taurügg bringen. –

So wid was dat nu all in Richtigkeit; äwer as Dörchläuchten mit sine drei Hülfstruppen furt was von den Mark, wiren wider keine Mannschaften dor, de Halsbandten un Dürten Holzen in dat düstere Lock smiten kunnen, un Dürten säd ganz richtig: dat Beste wir, sei güng nu nah Hus; »un Sei, Halsband,« säd sei, »deden am Besten, sick Ehre Mondirung tau halen, oder willen Sei hir taum Spektakel för alle Lüd', wenn sei ut de Kirch kamen, an den Himmelfohrtsmorgen in Hemdsmaugen 'rümmer gahn? – Mi dücht, Sei sünd vermorrntau all naug taum Spektakel worden. – Leiwer Gott, wat ward min armes Stining seggen!« – »»Ja, Dürten,«« säd Bäcker Schultsch, »»dat Best is't, äwer wat ick dauh, dat weit ick. – Täuw! – ›Impertinentes Frugensminsch‹ säd hei. – Täuw! – Un wenn de olle lurige Hund, de olle Rand, wedder kümmt un will mit Krischan Duwwelbir drinken, denn segg ick: Essig!««

Wildeß lagg Dörchläuchten up 'ne Ort von Lodderbedd, un Rand handtirte hellschen unsachten üm em 'rüm un ret un stödd mit Küssens un Decken un höll em Gläs' un Buddeln unner de dörchläuchtigste Näs', un wenn Dörchläuchten nah de forschen Druppen dat Prusten kreg, verget hei so wid den Respekt, dat hei nich mal ›Prost!‹ säd; denn Rand was en ollen Deiner, un dat is 'ne snurrige Ort. Wenn Dörchläuchten sin Wederglas hoch stunn, un hei makte Spaß un regirte, denn stunn Randten sin sid, un hei was ganz lütting, un wenn Dörchläuchten sin Wederglas sid stunn, un hei lagg up den Rüggen un stähnte, denn was Rand baben up, denn makte hei de ungesetzlichsten Redensorten un ded, as wenn Dörchläuchten em dat brennte Hartled andahn hadd. – So denn ok hüt Morrn: »Dat segg ick man! – So möt't kamen, seggt Hofrath Altmann! – Gott bewohr uns! wo sall dat denn mal hen? – Is dit en Wirken un Dauhn!« – »»Rand,«« frog Dörchläuchten dortüschen un stähnte dorbi, »»is Halsband insmeten?«« – »Je, Dörchläuchten, wat weit ick?Ick heww em nich insmeten; ick hadd jo alle Hän'n vull mit Sei tau dauhn. – Mit uns geiht jo dat äwer de Böm. – Wi nemen jo gor keinen Resong mihr an. – Wi klemmen uns jo allerwegen de Fingern.« – »»Rand, is dat desülwige Dürten Holten, de de Konrekter frigen will?«« – »Je, Dörchläuchten, wat gelt uns dat an? wenn wi in desen Hinsichten ok noch regiren willen, denn sleiht uns jo de Sak äwer den Kopp tausam. – Ne, dorup seihn, dat de Inkünften richtig inkamen, dat segg ick, dat möt sin, denn wovon sälen wi lewen? Äwer dat Anner? – Wo? wi krigen jo alle Ogenblick so'ne Ahnmachten, wi regiren uns jo paddendod.« – »»Rand, wat sall dat Reden? Lat mi leiwer den Hofrath Altmannen en beten herkamen.«« – »Je, wat sall de nu woll? – Dor will'n Sei nu en Trost in säuken, un weiten S', wat de Lüd' seggen? – De will nu ok wedder frigen.« – »»Wat? – Drei Frugens dod, un . . . .«« – »Je, un nu will hei de virt nemen. – Is denn dat nu woll so wat Gefährlichs? – Wi möten jo doch ok wider denken. Wo sälen denn de Soldaten herkamen un de Deinstmätens un de Schaustergesellen un de Murergesellen un all de Annern, un wer sall denn tauletzt de Asgawen gewen? – Ne, Dörchläuchten, wi möten wider seihn, so taum Exempel hüt Morrn mit Bäcker Schultsch – wi säden tau ehr ›impertinentes Frugensminsch‹, un dat kann sick 'ne Börgerfru, noch dortau ein, de 'ne Reknung betahlt hewwen will, nich gefallen laten; dat kann uns hellschen in'n Schaden sin, dat kann uns 'ne hellsche Kus' uttrecken.« – »»Dummer Schnack!«« fohrte Dörchläuchten för sine Verhältnissen stark up. – »Ja, minentwegen! Ick kann jo ok dat Mul hollen, wat gelt mi dat an? – Äwer wat wi dorin säuken, dat wi den ollen langschinkigen un dünnriwwigen Bengel, den Halsband, nich lopen laten un em nich frigen laten willen, dat is minen Ogen verborgen.« – »»Denn will ick Di 't seggen. – Süh, Du wardst olt, un wenn Du Dinen Posten nich recht mihr verwachten kannst, denn sall hei in den Posten, denn hei is willig un bequem.«« – »So? – Na, denn weit ick 't jo. – Denn kann ick jo woll un bald afkamen. – Ih, worüm ok nich?« säd Rand un fung gefährlich an, up'n Nachtdisch aftauwischen, »dat kann jo ok ümmer sin, uns' oll Wallach is jo nu ok ut dat Kutschgespann stött un geiht vör'n Meßwagen« – bautz! föll wat dal. – »»Was schmeißst Du da nieder?«« frog Dörchläuchten. – »Ih, 't is de oll Pottpurrihpott, hett jo ok all en Sprung, kann jo ok afkamen.« – »»Mach', daß Du 'raus kommst, alter Esel!«« – »Ja woll, ja woll!« rep Rand un gung, äwer as hei in de Dör was, dreihte hei sick giftig üm un frog: »Na, Dörchläuchten, wenn Sei nahsten klingeln, wer sall denn kamen, Halsband oder ick?« Dormit makte hei de Dör tau, un weg was hei, ihre em Dörchlauchten sin fürstliches Mißvergnäugen kund gewen kunn. –

Rand was jo man, gegen Dörchläuchten rekent, en ganz dummen Kirl, äwer in ein Sak hadd hei Recht, Dörchläuchten hadd Schultsch nich so hart anfohren un utgäudern müßt, denn wenn hei ok Recht hadd, dat 'ne Stutenreknung von 'ne Nigen-Brambörg'sche Bäckerfru man slicht mit einen fürstlichen Herrn von Gottes Gnaden stimmte, so hadd hei doch bedenken müßt, dat bi Schultsch ehren autokratischen Charakter de Sak slimm warden künn, un dat twei harte Stein slicht tausamen mahlen. Dat Unglück kunn nich utbliwen, un dat kamm ok. –

Den annern Morgen nah desen Himmelfohrtsdag, de för Dörchläuchten en wohren Höllenfohrtsdag worden was, höll hei gegen Klock nägen sinen Leweh af. Dese Staatsakschon was akkerat nah dat Munster von den König Lurwig den virteihnsten von Frankrik inricht't. Hofbedeinten hülpen den hogen Herrn in sine Kledaschen, un frömde Gesandten un Unnerdahnen hadden de Ihr, dorbi tautaukiken. – Twölf Lakayen stunnen in eine Reih, de irste mit en Hemd, de tweite mit en por Strümp, de drütte mit wat anners, un so wider, un de Kammerjunker von Knüppelsdörp hadd dat Kommando äwer dat Ganze, blot nich äwer Randten, denn de hadd, wil dat hei üm de Perßon von Dörchläuchten perßönlich 'rümmer was, ok man perßönlich von Dörchläuchten sine Perßon sine Befehlen in Enfang tau nemen. Frömde Gesandten wiren desen Morgen nich begäng', un von de Unnerdahnen was ok man Hofrath Altmannen sin lütte siwjöhrige Jung' dor, de en grotes Preh bi den regirenden Herrn hadd un desen Morgen all 'ne Stun'n bi sin Bedd 'rümmer spelt hadd, indem dat Dörchläuchten girn mit lütte Kinner Vernünftig reden müggt. – As Rand den hogen Herrn äwer En'n richt't hadd, kek dat Kind de Anstalten mit groten Ogen an un denn wedder Dörchläuchten un brok tauletzt mit de Frag' 'rut: »Dörchläuchten, wat sälen de all?« – »»De sälen mi antrecken.« – – »Wat? All de Kirls sälen Di antrecken? Mi treckt min Fiken allein an, un min anner Mutter seggt, dat sall ok nich lang mihr wohren, denn sall ick sülwst mi ganz allein antrecken.« – Bi den Anfang von dese kindische Red' lachte Dörchläuchten gnedigst äwer den Unverstand von sinen lütten Unnerdahnen, äwer as dat Kind von sin anner Mutter anfung, steg de Niglichkeit in em up, oder as de taukünftige Hofpoet Kägebein sick utdrücken ded:

Der Anteil, den Du nimmst am Wohl der Untertanen,
An ihrem Freudenfest, an ihren Schmerzenstranen.

»»Wecke Mutter?«« frog Dörchläuchten, »»Du hest jo kein Mutter, Din Mutter is jo dod.«« – »Ja, min Mutting is dod, äwer dit is min anner Mutter, un de giwwt uns denn ümmer Kauken.« – »»Wo heit denn Din anner Mutter?«« – »Je, min anner Mutter;« un wat Dörchläuchten ok fragen würd, 'ne annere Antwurt kreg hei nich; so vel wüßt hei äwer, dat Hofrath Altmann wedder frigen wull, Hofrath Altmann, de so tau seggen ok ümmer üm sine Perßon was, indem hei sine Geldgeschäften besorgen, d. h. pumpen müßt. – Hei argerte sick denn mit Recht hiräwer un gaww den Kammerjunker von Knüppelsdörp den Befehl, uttaukundschaften, wo de Perßon heiten ded, de taum virten Mal dat mit den Hofrath riskiren wull, un beföhl dorbi, dat den Hofrath sülwen ogenblicks de Hof verbaden warden süll. Rand schüddelte dortau den Kopp, Dörchläuchten let sick verdreitlich antrecken, un dat Kind spelte lustig ümher, un as Dörchläuchten sick de Strümp antrecken let, sung dit unverstännige Kind en Rimels, wat dat up de Strat upsammelt hadd:

»Dörchläuchten is von Gottes Gnaden,
Hett drei Por Strümp un doch kein Waden.«

De Kammerjunker von Knüppelsdörp let vör Schreck de dörchläuchtigste Hos' fallen, de Lakayen paßten nich mihr up ehren Deinst, de ganze Leweh gung ut den Lim, blot Dörchläuchten behöll sine Geistesgegenwart, beslot, desen Fall nich as Majestätsbeleidigung antauseihn un befohl blot einfach, äwer streng, den Jung'n 'rute tau bringen. – Rand säd gor nicks. –

Dat sine Leweh so'ne Endschaft namm, dat so'ne Saken dorbi vorkamen künnen, müßte natürlicher Wis' Dörchläuchten sin landesväterliches Hart verdüstern, un as Dörchläuchten in en gräunen, sanftenen Slaprock in sinen roden, sanftenen Lehnstaul mit de herzogliche Kron satt, was hei dörchut nich in 'ne rosenrode Stimmung. – »Meinen Kaffee!« rep hei; Rand säd nicks un stellte den Koffe vör em hen. – »Wo sind die Zwiebacken?« frog Dörchläuchten streng. Rand säd nicks, treckte äwer mit de Schullern. – »Wo sind die Zwiebacken?« frog Dörchläuchten forscher un strenger. – »»'T giwwt hüt kein,«« säd Rand. – »Was soll das heißen, Du Esel?« – »»Je, Dörchläuchten, heww ick 't nich seggt, so würd't kamen? Schultsch will uns nich mihr borgen, un de annern Bäckers hewwen kein.«« – »Was? was!« schreg Dörchläuchten un sprung pil in En'n, »in unserm eigenen Lande? – Was? haben wir nicht unsere Schatulle?« – »»Ja, Dörchläuchten, de hewwen wi, dor steiht s', äwer de is so leddig, as en Ei, wat vör drei Wochen utpust't is. De Umtog von Strelitz nah hir hett uns rottenkahl makt, un drei Wochen möt wi noch gaud krumm liggen, ihre wi up uns' Inkünften reken känen.«« – De Weihdag', de in desen Ogenblick dörch den hogen Herrn sin Hart treckte, versteiht blot en dütscher Student, den drei Wochen vör Ankunft von sinen Wessel de Pump up de Kneip kündigt ward, un woll den, de sick in so'ne Lag' tau helpen weit! – Ick heww mal einen von dese jungen Burßen kennt, binah so gaud as mi sülwst, de verstunn dat: hei hadd dat besondere Glück hatt, dat hei mal mit en falschen preußschen Daler anführt was; dese falsche Daler würd sin hülprike Engel. De junge Minsch et allentwegen 'rümmer, un wil hei en ihrlich Minsch was, betahlte hei ok, äwer mit den falschen Daler; un wil hei en ihrlich Minsch was, säd hei jedesmal, hei glöwte, de Daler wir falsch, un de Lüd' freuten sick, dat sei mit so'n ihrlichen Minschen tau dauhn hadden, un gewen em den Daler wedder taurügg un schrewen 't an, un de junge Minsch set'te sin Geschäft furt, bet sin Wessel ankamen was, un dunn betahlte hei mit richtige preußsche Dalers un smet den falschen bi Jena in de Saal. Worüm? wil hei en ihrlich Minsch was.

Dörchläuchten was ok en ihrlichen Minsch; äwer hei hadd nich dat Glück, en falschen preußschen Daler tau hewwen, hei sackte also ganz matt in sinen Lehnstaul, den Kopp gegen de herzogliche Kron, taurügg un säd: »Hofrath Altmann sall kamen.« – »»Je, Dörchläuchten,«« säd Rand, »»dat geiht woll nich; denn de Kammerjunker – as ick man seihn heww – is glik nah de Leweh nah em 'räwer gahn un ward dor woll sine Bestellung wegen dat Hofverbeiden utricht't hewwen.«« – So! Nu wiren Dörchläuchten alle Nerven dörchsneden, ok de nervus rerum gerendarum. – Dörchläuchten kreg an desen Morgen keinen Tweiback, un de halwe Stadt knackte un knasperte in Bäcker Schulten sinen Tweiback, un sei, wat sei sülwen was, Bäcker Schultsch, satt so preißlich vör ehr Stutenschapp, as regirte sei vermorrntau dat ganze Herzogtum Meckelnborg-Strelitz.

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