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Sidonia Hedwig Zäunemann

Zäunemann, Sidonia Hedwig

Sidonia Hedwig Zäunemann

Geboren am 15.01.1714 in Erfurt; gestorben am 11.12.1740 bei Plaue (dort begraben).

Das alte Erfurt hat nicht viele berühmte Frauen in seinen Mauern beherbergt. Zu diesen wenigen und fast vergessenen gehört die Poetin Sidonia Hedwig Zäunemann.

Sie wurde geboren am 15. Januar 1714 als erste der drei Töchter des Notarius Paul Zäunemann und seine Ehefrau Dorothea, und sie sollte zur bekanntesten und gefeiertesten Erfurterin ihrer Zeit aufsteigen.

Ihr Geburtshaus, das »Haus zur güldenen Schaar« stand am Ufer der Gera unmittelbar an der Krämerbrücke, nicht weit von dem Haus, in dem Jahrzehnte später Wieland wohnen sollte. Der letzte Krieg hat es vollständig zerstört.

Über Schule und Ausbildung Sidonias ist bisher nichts bekannt. Aber bereits in jungen Jahren entdeckt sie das Schreiben für sich und bringt eigene Dichtungen zu Papier. So entstehen kleine Verse zu Bibeltexten, die sie allerdings später vernichtet.

Ihr großes Vorbild ist in dieser Zeit Mariana Ziegler, die erste kaiserlich gekrönte Poetin Deutschlands. Die Zieglerin hat über einen Zeitraum hinweg sogar mit Johann Sebastian Bach zusammengearbeitet, für dessen Cantaten sie einen Teil der Texte schrieb. Dieser gefeierten Frau kann die junge Dichterin Sidonia schon bald folgen: 1738 ist sie die zweite kaiserlich gekrönte Poetin Deutschlands und kommt damit ihrem Vorbild näher als sie selbst hoffen konnte.

Aus den hinterlassenen Werken der Zäunemann stehen zwei große Gedichte an erster Stelle. Das eine ist eine umfangreiche und sehr intensive Schilderung eines Erfurter Stadtbrandes, das andere ist ihre Schilderung des Ilmenauer Bergwerkes. Dieses später durch Goethe zu Bekanntheit gelangte Bergwerk befährt sie im Januar 1737 zweimal. Teils trotzig, teils selbstbewußt erklärt sie dabei auch, warum sie in Männerkleidung einfährt und warum auch eine Frau in Kunst und Wissenschaft etwas leisten kann.

Ihre Heimatstadt Erfurt hat sie oft verlassen, um ihre Schwester in Ilmenau zu besuchen. Auf diesen Ritten, die sie ungewöhnlicherweise allein unternahm, entwickelte sich ihre Liebe zur Natur, die sich in einer ganzen Reihe von Wald- und Wiesengedichten niederschlug.

Von einem dieser Ausritte ist sie nicht zurückgekehrt. Im Dezember 1740 ertrank sie in der hochwasserführenden Gera, unweit von Plaue. Dort wurde sie am 16.12.1740 begraben. Ihr Grabstein ist noch heute dort zu sehen.


Werke u.a.


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