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(Hermann) Ferdinand Freiligrath

Geboren am 17. Juni 1810 in Detmold; gestorben am 18. März 1876 in Cannstatt.

Der Sohn eines Lehrers besuchte in Detmold bis zu seinem 16. Lebensjahr das Gymnasium. Da sein Vater nicht die Mittel für ein Studium besaß und ein Onkel in Edinburgh ihn zu adoptieren versprach, wenn er Kaufmann werde, trat Freiligrath bei einem anderen Onkel in Soest eine Lehre an. Dort konnte er sich die neueren Sprachen aneignen und sich durch ausgedehnte Lektüre selbst weiterbilden; in dieser Zeit entstanden die ersten Gedichte.

Nach dem Tod des Vaters (1829) und dem Bankrott des Edinburgher Onkels nahm Freiligrath 1832 eine Kontoristenstelle in Amsterdam an; 1837 wurde er Buchhalter in Barmen. Er verkehrte mit zahlreichen rheinischen Schriftstellern (u.a. Karl Immermann, Gottfried Kinkel, Simrock, Matzerath, Wolfgang Müller). Einer Aufforderung Cottas folgend veröffentlichte er 1838 eine erste Sammlung seiner Gedichte; der außergewöhnliche Erfolg veranlaßte ihn, 1839 seine Barmer Stelle zu kündigen und als freier Schriftsteller zu leben. Er zog nach Unkel/Rhein, führte ein Künstlerleben und unternahm mit dem Maler Karl Schlickum eine Reise.

Nach seiner Heirat (1841) mit einer Professorentochter ließ er sich in Darmstadt nieder und erhielt auf Empfehlung Alexander von Humboldts 1842 eine Pension vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Die folgenden beiden Jahre verbrachte er in St. Goar, wo er u.a. mit Henry Longfellow verkehrte; Emanuel Geibel, Berthold Auerbach, Justinus Kerner und Hoffmann von Fallersleben besuchten ihn hier. In dieser Zeit begann er sich mehr aktuell-politischen Themen zuzuwenden, ab 1844 trat er literarisch für die Opposition ein. Er verzichtete in diesem Jahr auf die Pension des Königs und auf eine mögliche Anstellung am Hof von Weimar; da er sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlte, emigrierte er nach Ostende und Brüssel, wo er mit Karl Marx Bekanntschaft schloß. 1845 siedelte er in die Schweiz über und nahm in Rapperswil und Zürich mit anderen deutschen Emigranten Kontakt auf. Aus finanziellen Gründen nahm er wieder eine kaufmännische Stellung an - als Korrespondent in London. 1848 kehrte er nach Deutschland zurück; wegen des offenen Appells zum Umsturz wurde er verhaftet, aber bald wieder freigesprochen und auf Einladung von Marx in die Redaktion der »Neuen Rheinischen Zeitung« in Köln aufgenommen. Nach dem Verbot des kommunistischen Blattes 1849 und nach wechselnden Aufenthalten in Köln und Düsseldorf, steckbrieflich gesucht wegen neuer Gedichtbände, ging er 1851 wieder als kaufmännischer Angestellter nach London; 1856 wurde er dort Filialleiter der Schweizer Generalbank.

1865 wurde die Bankfiliale geschlossen, Freiligrath war wieder stellungslos. 1867 riefen seine deutschen Freunde in der »Gartenlaube« zu einer Dotation auf, die fast 60.000 Taler einbrachte; dies ermöglichte ihm, nach Deutschland zurückzukehren (inzwischen war eine allgemeine Amnestie für politische Vergehen erlassen worden) und sich hier ganz der Dichtung zu widmen. Er ließ sich in Stuttgart nieder, 1874 zog er nach Cannstatt.


Werke u.a.

  • 1836 Victor Hugo: Sämtliche Werke, Band 9 ( Oden und vermischte Gedichte) (Übersetzung)
  • 1838 "Gedichte"
  • 1839 Das malerische und romantische Westphalen (zusammen mit Levin Schücking)
  • 1844 Ein Glaubensbekenntniß Zeitgedichte
  • 1846 Ça ira
  • 1849 Zwischen den Garben
  • 1849 William Shakespeare: Venus und Adonis (Übersetzung)
  • 1849-51 Neuere politische und soziale Gedichte (2 Bände)
  • 1854 Dichtung und Dichter (Poetologie und Geschichte der poetischen Literatur)
  • 1857 Henry Wadsworth Longfellow: Der Sang von Hiawatha (Übersetzung)
  • 1871 Neue Gedichte

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